Erziehungsrat will besseren Schutz vor pädophilen Lehrern

Der Erziehungsrat des Kantons Schwyz möchte die physische und psychische Unversehrtheit der Schüler besser schützen.

Der aufgedeckte Fall des Reformpädagogen Jürg Jegge, der in den 1970er und 1980er Jahren mehrfach Minderjährige sexuell missbraucht hat, bewegte anfang des vergangenen Jahres nicht nur die Schweizer Medienlandschaft. Aufgrund von Jegges Vergehen hat sich der Erziehungsrat des Kantons Schwyz nun dazu entschlossen, Empfehlungen für die Volksschule zu erlassen, um die Lehrpersonen vor der Anstellung besser überprüfen zu können. Das Ziel: Die psychische und physische Unversehrtheit der Schüler soll besser geschützt werden. 

Fälle von übergriffigen, pädophilen Lehrpersonen habe es laut Regierungsrat und Präsident des Erziehungsrates Michael Stähli im Kanton Schwyz auf Volksschulstufe zwar noch nicht gegeben, doch man wolle proaktiv Handeln – bevor etwas passiert. «Wir möchten nicht irgendwann sagen müssen, dass wir nichts aus dem Fall Jegge gelernt haben. Jetzt heisst es: Vorausschauen.» 

Der Erziehungsrat empfiehlt deshalb, dass die Gemeinden und Bezirke bereits ab dem kommenden Schuljahr vor der Einstellung einer Lehrperson unter anderem einen Privatauszug und vor der definitiven Anstellung sogar einen Sonderprivatauszug einfordern können. Das gleiche Verfahren soll künftig auch bei kantonalen Mitarbeitern gelten, die im direkten Kontakt mit Schülern stehen. Auch Schulstufen, die zwar ausserhalb der Zuständigkeitsbereichs des Erziehungsrates liegen, wie zum Beispiel Musikschulen oder Schulen der Sekundarstufe 2, sollen mittels Information ebenfalls für die Thematik sensibilisiert werden. (ra)