Vermischtes

Ohne Sorgen ins Wochenbett

Im Kanton Schwyz hat es genügend frei praktizierende Hebammen für Mütter, die daheim nach der Geburt professionelle Begleitung für sich und ihr Neugeborenes wünschen. Bild Bilderbox
Im Kanton Schwyz hat es genügend frei praktizierende Hebammen für Mütter, die daheim nach der Geburt professionelle Begleitung für sich und ihr Neugeborenes wünschen. Bild Bilderbox
Der befürchtete Engpass an frei praktizierenden Hebammen nach der Einführung der Fallpauschalen ist im Kanton Schwyz ausgeblieben.

Von Claudia Hiestand

Ausserschwz. – Am 1. Januar dieses Jahres wurden an den Schweizer Spitälern die Fallpauschalen eingeführt. Hebammen, Ärzte und Patientinnenvertreterinnen hatten lange im Voraus davor gewarnt, dass dieses neue Vergütungssystem die professionelle Betreuung nach der Geburt gefährden wird. Sie befürchteten, dass Wöchnerinnen bereits nach zwei bis drei Tagen anstatt wie gewohnt nach fünf Tagen aus dem Spital entlassen und Mühe haben werden, eine ambulante Betreuung für die Tage des Wochenbetts zu finden. Doch von Hebammenmangel ist weit und breit keine Spur, zumindest nicht im Kanton Schwyz. Christine Fässler aus Buttikon, Co-
Präsidentin der Sektion Schwyz des Schweizerischen Hebammenverbands (SHV) und selber seit 18 Jahren frei praktizierende Hebamme, erklärt auf Anfrage: «Die Frauen in March und Höfen müssen sich keine Sorgen machen. Auch nach der Einführung der Fallpauschalen ist gewährleistet, dass sie nach der Geburt professionell betreut werden. Es hat genügend Hebammen für unsere Region.»
 
Schwyzer Sektion hat vorgesorgt
Rund 30 Hebammen haben im Kanton Schwyz eine Bewilligung, um frei zu praktizieren. Ausserdem hat die Sektion Schwyz des SHV vorgesorgt. Sie hat beim kantonalen Amt für Gesundheit Bewilligungen eingeholt, damit frei praktizierende Hebammen aus Nachbarkantonen bei Bedarf auch im Kanton Schwyz eingesetzt werden können.
Laut Christine Fässler ist von der Einführung der Fallpauschalen im Kanton Schwyz nicht viel zu spüren. «Die Suppe wurde etwas gar heiss gekocht», sagt sie. «Abgesehen von einigen Spitälern in Zürich, wo auch Frauen aus Ausserschwyz zum Gebären hingehen, schicken die Spitäler die Frauen nicht früher nach Hause.»
Das bestätigen auch Daniel Burger, Chefarzt der Frauenklinik des Spitals Lachen, und Reto Jeger, Direktor des Spitals Einsiedeln. Beide Spitäler haben schon vor mehreren Jahren Fallpauschalen eingeführt. Die Wöchnerinnen bleiben sowohl in Lachen als auch in Einsiedeln rund vier Tage im Spital. Burger stellt fest, dass immer mehr Frauen wünschen, nach dem Wochenbett daheim von einer Hebamme betreut zu werden. «Ich denke, das hat damit zu tun, dass vielen Frauen das 
soziale Netzwerk fehlt», erklärt er. «Wir geben den Wöchnerinnen daher eine Liste der frei praktizierenden Hebammen ab.» Beide Spitäler pflegen den Kontakt und Austausch mit diesen Hebammen.
 
Frühzeitig Kontakt aufnehmen
Fässler rät den Frauen jedoch, nicht erst nach der Geburt Kontakt mit einer frei praktizierenden Hebamme aufzunehmen, wenn sie im Wochenbett von einer solchen begleitet werden möchten. «Es ist sinnvoller, dies während der Schwangerschaft zu tun. Das vereinfacht den Übergang vom Spital in das eigene Daheim, und die Frau weiss bereits, wer vorbeikommen wird.
10.5.2012 / 22:21 / marchanzeiger.ch
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