Politik
«Es ist nicht, wie man es vom Krimi her kennt»
Durch die Einführung der neuen Strafprozessordnung hat sich die Schreibtischarbeit für Kantonspolizisten noch vergrössert. Das geht zulasten anderer Tätigkeiten. Bild zvg
Die Schwyzer Polizisten verbringen einen grossen Teil ihrer Arbeitszeit mit dem Erledigen von administrativen Aufgaben. Die Einführung der neuen Strafprozessordnung Anfang des vergangenen Jahres hat dies noch verstärkt.
Von Bianca Anderegg
Schwyz. – Den Angehörigen der Kantonspolizei Schwyz ergeht es nicht anders als den Polizisten in anderen Kantonen. Sie müssen sich oftmals mit Schreibtischarbeit wie beispielsweise dem Schreiben von Rapporten herumschlagen. «Auch bei uns machen schriftliche Aufgaben einen grossen Teil der Arbeit aus», bestätigt Florian Grossmann, Chef Information und Prävention der Kapo Schwyz. «Es ist nicht, wie man es vom Krimi her kennt, dass die Polizisten andauernd auf Patrouille sind.»
Vor allem die Einführung der neuen Strafprozessordnung am 1. Januar 2011 habe zu einer Vergrösserung des formellen Aufwands beigetragen. So werden nun beispielsweise umfangreichere Rapporte gefordert, und die Polizisten müssen alle Schritte protokollieren.
Personal fehlt an anderen Orten
Dies führt laut Grossmann sogar zu Personalengpässen. «Wir wissen, dass die neue Strafprozessordnung für die Kantonspolizei Schwyz einen Mehraufwand von rund einem Dutzend Personaleinheiten bedeutet.» Diese Stellen hätten jedoch nicht zusätzlich rekrutiert werden können. «Die zusätzlichen Stellen haben wir in die ‹Strategie 2020› aufgenommen, die zurzeit verwaltungsintern in Bearbeitung ist», erklärt Grossmann. Bis zur Kompensation gehe der Mehraufwand zulasten anderer Arbeiten wie beispielsweise dem Bürgerkontakt oder der Sektorenbetreuung.
Mit dem Ziel, den administrativen Aufwand zu verringern und die Arbeit der Polizisten zu optimieren, wurden bei der Kantonspolizei Zürich bereits 1600 iPhones mit polizeispezifischen Applikation an Front-Polizisten ausgeliefert. Zudem ist im Moment ein Feldversuch mit iPads im Gang, mit
deren Hilfe Rapporte gleich an der Front erfasst werden können.
Solche Massnahmen werden bei der Kantonspolizei Schwyz mit grossem Interesse verfolgt. Es sei aber auch eine Frage der Finanzen, sagt Florian Grossmann. «Auch schauen wir unseren Kollegen in anderen Kantonen sicher über die Schulter.»
Erstrebenswert wäre eine gesamtschweizerische Lösung im Rahmen der Harmonisierung der Polizeiinformatik. Laut «SonntagsBlick» gibt es bereits eine Arbeitsgruppe, die im Auftrag der Polizeikommandanten-Konferenz bis Ende Jahr Vorschläge erarbeiten soll.
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