Reichenburg tut sich mit Kantonsratswahlen schwer
Von Stefan Grüter
Schwyz. – Während sich in den vergangenen 20 Jahren bei Nationalratswahlen zwischen 2,13 und 3,93 Prozent der Wählenden vertan und ihre Stimme ungültig abgegeben haben, so waren es bei den Ständeratswahlen mit 5,1 bis 8,25 Prozent deutlich mehr. Mitschuldig daran ist der Umstand, dass seit 2000 das Einlegen von mehreren Wahlzetteln für die gleiche Wahl als ungültige Stimmabgabe klassiert wird. Bescheiden hingegen ist die Zahl der ungültigen Wahlzettel bei den Regierungs- und Kantonsratswahlen. Aktuell beträgt diese Quote 0,68 Prozent (bei den Regierungsratswahlen 2012) und 1,17 Prozent (bei den Kantonsratswahlen 2012). Im Vergleich mit anderen Kantonen schneidet der Kanton Schwyz jedoch gar nicht so schlecht ab: Bei den Bündner Regierungsratswahlen wurden 4,47 Prozent ungültige Wahlzettel festgestellt, bei den St. Galler 4,08 Prozent.
Diese Statistik veröffentlichte die Schwyzer Staatskanzlei gestern im Rahmen der Beantwortung einer Interpellation der SP-Kantonsräte Karin Schwyter (Lachen), Verena Vanomsen (Freienbach) und Paul Furrer (Schwyz), die sich danach erkundigten, wie sich die gegen ungültige Stimmabgaben getroffenen Massnahmen auswirken.
Am meisten in Reichenburg
Bei den Wahlen vom 11. März dieses Jahres wurden die ungültigen Stimmen genau untersucht. Bei der Rücksendung der Stimmrechtsausweise sind die Muotathaler die Nachlässigsten. In den Gemeinden Wollerau (33) und Freienbach (35) sind am meisten Stimmkuverts erst nach Urnenschluss eingetroffen. Keine Fehlerquote bei diesen beiden Kriterien haben einzig die Riemenstaldner. Mit der Unterschrift auf dem Stimmrechtsausweis tun sich offenbar die Hauptörtler schwer, denn in Schwyz vergassen dies 61 Personen.
Bei den Regierungsratswahlen war die Fehlerquote unter allen 30 Schwyzer Gemeinden ziemlich ausgeglichen; die Bandbreite umfasste 0 bis 1,8 Prozent (Rothenthurm) der Wählenden. Musterknaben mit 0 Fehlern waren die Vorderthaler, Tuggner, Alpthaler und Riemenstaldner.
Anders das Bild bei den Kantonsratswahlen. Hier schwappte die Fehlerquote bis zu 14,5 Prozent hoch, und zwar in Reichenburg, wo unter anderem 109 Personen mehrere Wahlzettel ins Stimmkuvert steckten und damit ihre Wahl ungültig machten.
Alle anderen Schwyzer Gemeinden bewegten sich in einer Fehlerquote von 0 bis 4,28 Prozent (Muotathal).
Um künftig die Zahl der ungültigen Stimmen weiter reduzieren zu können, setzt die Schwyzer Staatskanzlei auf eine übersichtliche Gestaltung der Wahlzettel und Anleitungen sowie aufs Ausschöpfen aller Informationsmöglichkeiten.



