Vermischtes
«Vor Strahlung muss man keine Angst haben»
Als Freundschaftsbotschafter für Tourismus versucht der Pfäffiker Ruedi Burkhalter, Japan als Touristenziel für Schweizer wieder attraktiver zu machen.
Von Raffaela Heusser
Pfäffikon. – «Ganz Japan hat nach der Katastrophe einen enormen Tourismusrückgang erlitten», sagt Burkhalter. Die Katastrophen – das Erdbeben, der Tsunami und der Atomunfall im März vergangenen Jahres – verunsichern potenzielle Touristen noch immer. «Die Leute haben Angst vor Strahlung», nennt Burkhalter den Hauptgrund des Rückgangs. «Selbst in Gebiete, die nicht betroffen waren, zögern die Leute hinzureisen.» Angst haben müsse niemand. «Wenn man nicht gerade ins hauptbetroffene Gebiet reist, kann einem nichts passieren», ist sich Burkhalter sicher.
Vor Kurzem ernannte der Gouverneur der japanischen Präfektur Ishikawa zwölf Europäer zu Freundschaftsbotschaftern des Tourismus. Ruedi Burkhalter ist einer davon.
In Japan gelebt
«Es ist allerdings ein Ehrenamt», erklärt Burkhalter. «Dazu gekommen bin ich durch meine Verbindung zu Japan.» Von Beruf Physiker, verbrachte der Pfäffiker fünf Jahre in
Japan, um an einer Forschungsanstalt zu arbeiten. «Dabei lernte ich auch meine Frau kennen», lächelt er. «Sie kam dann mit mir in die Schweiz zurück.» Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor und vervollständigten die kleine Familie. «Auch wenn wir in der Schweiz leben, will ich, dass meine Frau und auch die Kinder den Bezug zu Japan nie verlieren.» Aus diesem Grund besuchte Burkhalter auch mehrfach japanische Sprachkurse. «Die Schule, die ich auswählte, befindet sich in Ishikawa», so Burkhalter. «Ich nehme an, der Gouverneur hat sich die Botschafter über diese Schule gesucht.»
Seine Aufgabe als Freundschaftsbotschafter nimmt Burkhalter ernst. «Aber es ist jetzt nicht so, als wären Verpflichtungen mit diesem Amt verbunden», klärt er auf. «Ich versuche einfach wo immer ich kann, Japan als Touristenziel attraktiver zu machen.»
Zwei Jahre im Amt
«Japan ist ein beeindruckendes Land, voller Schönheit und Kultur, absolut eine Reise wert.» Auch wenn Burkhalter vor allem für die Provinz Ishikawa sprechen soll, die «übrigens
eine sehenswerte Kultur besitzt», empfiehlt er angehenden Touristen, mehrere Teile Japans zu besuchen. «Tokyo, Kyoshi, Ishikawa», schwärmt Burkhalter. «Wenn man aus so weiter Entfernung anreist, sollte man sich nicht nur auf einen Ort beschränken.»
Bis 2014 bleibt Burkhalter im Amt des Freundschaftsbotschafters, gleichwohl wie die zwölf anderen Europäer. «Was dann passiert, weiss ich nicht», sagt er. «Hoffentlich ist solche Öffentlichkeitsarbeit dann gar nicht mehr nötig.» Ähnliche Programme laufen auch in anderen Ländern, zum Beispiel Taiwan und Korea. «Nächstes Jahr gibt es wieder eine Zusammenkunft der zwölf europäischen Japan-Botschafter», sagt Burkhalter. «Das gibt die Möglichkeit zum Austausch und fördert neue Ideen.»
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