Vermischtes
Marveys magischste Illusion
Peter Marvey und Eveline Suter (Mitte) locken mit einem Diamanten als Sinnbild und natürlich den Assistentinnen Anna, Sheila und Vivi (v. l.) zu ihrer neuen Welt-Uraufführung «Diamond Illusion». Bild Andreas Knobel
Wenn Peter Marvey einen neuen Programmteil uraufführt, strömt die ganze Fachwelt zusammen. In seinem Magic-House in Feusisberg präsentierte der weltbekannte Magier gestern seine neueste Kreation «Diamond Illusion». Zu Weihnachten darf dann auch die Öffentlichkeit miträtseln.
Von Andreas Knobel
Feusisberg. – Peter Marvey zaubert schon so lange, wie er denken kann. Die Magie faszinierte den Zürcher Oberländer schon als kleinen Jungen, als er ungeliebtes Essen in eine Tüte unter seinem T-Shirt verschwinden liess. Aus seinem Talent für die Zauberei ist inzwischen eine Weltkarriere geworden, er ist auf allen Kontinenten und in 35 Ländern aufgetreten.
Grosser, geheimnisvoller Diamant
Seine «Heimbasis» jedoch befindet sich in Feusisberg, im Industriegebiet First an der Strecke zwischen Pfäffikon und Schindellegi. Dorthin in sein eigens eingerichtetes Magic-House mit 99 Sitzplätzen lud er gestern Donnerstag Medien und Fachpublikum, um die Welt-Uraufführung seiner neuesten Kreation zu präsentieren.
Wer schon mal einen Ausschnitt aus dem Programm Marveys bestaunen durfte, fragt sich, wie und wo denn noch eine Steigerung möglich sein könnte. Diese Steigerung von «unmöglich» nennt sich «Diamond Illusion». Kernstück und Namensgeber ist ein fast drei Meter grosser, mit 2000 Blitz- und LED-Lichtern erleuchteter, glitzernder Diamant. Als erster steigt Peter Marvey höchstpersönlich in den darin befindlichen Kubus. Danach geht es – sehr vereinfacht beschrieben – Schlag auf Schlag: Er verschwindet, taucht im Publikum wieder auf, und beamt seine Assistentinnen Vivi, Sheila und Anna nach Belieben rein- und raus.
Einblick rundherum gewährt
Wie es funktioniert? Keine Ahnung, selbst das Fachpublikum hinterliess Peter Marvey ratlos und rätselnd. Dies vor allem auch, weil der Magier einen unbeteiligten Zuschauer rund um den Diamanten laufen und ihn alles abchecken liess.
Peter Marvey spielt also mit offenen Karten. Dies wird er auch bei den Vorstellungen von heute und morgen zuhause in Feusisberg tun. Allerdings ist bereits alles ausverkauft. Der breiten Öffentlichkeit wird er sich bei «Swiss Christmas» stellen. Mit seiner neuen Illusion wird der Magier nämlich die Hauptattraktion dieser «zauberhaften Weihnachtsshow» sein. Das Reizvolle daran: Die Vorführung findet auf der Offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon statt. Das heisst, das Publikum wird rund um die grosse Kristallkonstruktion sitzen und von allen Seiten her versuchen, den Trick hinter der
Illusion herauszufinden.
Marveys grosse Tournee
«Swiss Christmas» mit «Diamond
IIlusion» verspricht zum dritten Mal «Magie, Akrobatik und Emotionen, umrahmt von erstklassiger Gastronomie». Vom 21. November bis 31. Dezember sind mehr als drei Dutzend Aufführungen eingeplant. In der Zeltstadt auf 4000 Quadratmetern können jeweils 1200 Zuschauer die Show mitverfolgen, womit die Organisatoren mit bis zu 40 000 Besuchern rechnen dürfen.
Neben Peter Marvey als Aushängeschild setzt «Swiss Christmas» auf die Newcomerin Eveline Suter. Die sehr aktive und aufstrebende Schauspielerin und Musicaldarstellerin wird all ihre Vorzüge ausspielen können. Mit dem Kabarettisten Rolf Schmid kommt eine bereits bekannte und
beliebte Persönlichkeit zum Zuge. Das Bündner Urgestein dürfte mit seinen schrillen Figuren wohl nicht nur für weihnachtliche Stimmung sorgen.
Schief gehen kann bei «Swiss Christmas» ja ohnehin nichts – solange Peter Marvey mit seiner «Diamond
Illusion» alles nach Belieben verschwinden und wieder auftauchen lassen kann.
Chinesische Mauer noch nicht geknackt
Auch einem Magier wie Peter Marvey scheinen manchmal Grenzen gesetzt zu sein. Sein von langer Hand geplanter «Flug über die Chinesische Mauer» verzögert sich. Das Projekt sei noch immer aktuell, das Datum müsse aber aufgrund von Wechseln in der Pekinger Regierung neu fixiert werden. Peter Marvey, der oft beruflich in China unterwegs war, kennt die chinesische Mentalität inzwischen ganz gut und hat ein einfaches
Rezept: «Geduld – die Mühlen mahlen dort nicht langsamer, einfach anders.» Marvey rechnet zwar nicht damit, dass dieses Projekt noch in diesem Jahr zustande kommen wird. Doch ein Magier seines Kalibers lässt sich auch durch
Bürokratie nicht stoppen.
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