Vermischtes

Mit dem Baby durch Zeichen kommunizieren

«Gestikulieren ist etwas Natürliches», so Zaida Hundegger. Auf dem Bild Sohn Aian, der gerade das Zeichen für «Müde» macht. 	Bild Rahel Alpiger
«Gestikulieren ist etwas Natürliches», so Zaida Hundegger. Auf dem Bild Sohn Aian, der gerade das Zeichen für «Müde» macht. Bild Rahel Alpiger
Mit Babys sprechen, bevor sie kommunizieren können. Das ist das Ziel der Babyzeichensprache. Zaida Hundegger aus Wilen bietet seit Anfang dieses Jahres Kurse dafür an.

Von Rahel Alpiger

Wilen. – Zaida Hundegger wurde durch ihren heute einjährigen Sohn Aian mit dem Thema «Babyzeichensprache» konfrontiert. «Als er sieben Monate alt war, besuchte ich die Kurse», so Hundegger. Sie fand so grossen Gefallen daran, dass sie daraufhin gleich selbst eine Ausbildung auf diesem Gebiet bei der Zwergensprache GmbH machte. Seit Anfang dieses Jahres leitet sie in Wilen als Einzige im Kanton Schwyz nun selber
Babyzeichensprache-Kurse.

Dabei lernen Eltern mit ihrem Kind in zwölf Kursstunden in einer spielerischen Atmosphäre die Babyzeichen und erhalten Anregungen für den Einsatz der Gebärden im Familienalltag. Hundegger gibt aber auch Workshops nur für Erwachsene. «Ich schulte auch schon Fachpersonal von den zahl-
reichen Kinderkrippen hier in der Umgebung», so Hundegger.

300 Babyzeichen
Babyzeichensprache ist soviel wie «Mit Babys kommunizieren, bevor sie sprechen können», erklärt Hundegger. 300 solche Zeichen gibt es insgesamt. Anfänglich werden laut Hundegger am häufigsten die Zeichen für «Essen», «Trinken», «Milch» und «Mehr» benutzt. «Wenn das Kind älter wird, nehmen auch die Zeichen für verschiedene Tiere oder das Lieblingsspielzeug einen wichtigen Platz ein.»

Der Alltag wird erleichtert
Vorteile der Zeichensprache sieht Hundegger in erster Linie in der Erleichterung des Alltags: «Das Kind kann sich konkret ausdrücken, man muss das Gewünschte nicht zuerst
erraten.» Laut Hundegger kann das Kind so ganz klar sagen, wenn es etwa müde ist, es Hilfe braucht, aber es kann auch signalisieren, wenn es zum Beispiel Angst hat. Auch Sicherheitszeichen wie «Stopp» oder «heiss» würden dem Kind Gefahren signalisieren und einprägen. «Zudem bindet die Babyzeichensprache. Da ich mich mit meinem Kind unterhalten kann, entsteht eine ganz andere Bindung, als wenn nur ich im Monolog kommuniziere», erklärt Hundegger.

Auch seien viele Väter oder Babysitter froh um die Babyzeichensprache, so etwa wenn sie alleine auf die Kinder aufpassen müssen. Zudem sei es schön, an den Gedanken des Kindes teilhaben zu dürfen. «Ein Baby weiss schon so viel und die Gesten sind wie ein Fenster zu seiner geistigen Aktivität.» Auf die Frage der Kritiker, die befürchten, dass Babys wegen der Zeichensprache später mit dem Sprechen beginnen, entgegnet sie: «Forschungsergebnisse beweisen, dass sogar das Gegenteil der Fall ist: Babys die mit der Zeichensprache aufwachsen, fangen im Regelfall früher an zu sprechen.»

Einen Fall, bei dem die Zeichensprache nicht funktionierte, kennen Hundegger und ihre Kolleginnen nicht. «In Einzelfällen kann es allerdings dazu kommen, dass ein paar Eltern zu ungeduldig sind und zu früh mit der Zeichensprache aufhören, denn Babys geben erst ab dem Alter von zirka sechs Monaten Zeichen zurück, da die Motorik erst ab dann ausreichend entwickelt ist», so Hundegger. Einmal im Jahr trifft sie sich mit den anderen Ausbilderinnen der Zwergensprache GmbH zu einer Weiterbildung. «Dabei lernen wir unter anderem, wie man die Zeichensprache bei hörgeschädigten Kindern oder Kindern mit Down-Syndrom und Lippen-Kiefer-Gaumenspalte anwenden kann, um ihnen die Kommunikation zu erleichtern.»

Hundegger weiss, dass einige Personen die Babyzeichensprache nicht nur in Bezug auf den Beginn des Sprechens kritisch hinterfragen. «Diese Hinterfragung finde ich richtig und gut», so Hundegger. «Natürlich lernt jedes Kind auch ohne Zeichensprache das Sprechen, ganz klar. Auch ich betrachtete das Ganze anfangs mit kritischen Augen. Doch jetzt finde ich es schön, die Zeichensprache anzuwenden und dem Kind auf diese Weise nahe zu sein und aktiv mit ihm kommunizieren zu können. Es vereinfacht so vieles.»

22.4.2010 / 08:38 / marchanzeiger.ch
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