Vermischtes

Sein Motto ist «unterwegs sein»

So wird Toni Schmid den vielen Fahrgästen des Marchbusses in Erinnerung bleiben: freundlich, zuverlässig und stets hilfsbereit.
So wird Toni Schmid den vielen Fahrgästen des Marchbusses in Erinnerung bleiben: freundlich, zuverlässig und stets hilfsbereit.
Toni Schmid war 20 Jahre lang Buschauffeur auf der Marchbuslinie zwischen Reichenburg und Pfäffikon. Ab Sonntag ist Schluss damit: Toni Schmid wird 70 Jahre alt.

Von Johanna Mächler

Reichenburg. – Er kennt viele Leute, Jung und Alt, und viele kennen ihn: den grauhaarigen, rundlichen Toni Schmid, Chauffeur beim Marchbus. Immer freundlich und zuverlässig fährt er seit Jahren meistens den Spätdienst. «Von etwa 16 Uhr bis gegen Mitternacht bin ich unterwegs, und es wurde mir nie langweilig.» Er kennt die Strecken, die Zeiten, die Kunden. «Es war mir wichtig, dass ich mich mit meinen Kunden verstehe, und ich darf sagen, dass ich kaum je Probleme hatte.»
 

Durch Beziehung zum Job
Stolz darf Schmid auf jenen Teil Geschichte sein, die er mitgeprägt hat. Als bald 50-Jähriger erfuhr er durch geschäftliche Verbindungen, dass Xaver Kistler senior den Zuschlag für den Marchbus anstrebte. «Tue mich als Schofför vormerke», sagt er damals zu Kistler. Es dauerte nicht lange, da sass Schmid am Steuer, und das Bild des neuen Marchbusses erschien auf der Frontseite des «March-Anzeigers». Damals hoffte er schon, dass er den Traumjob aus jungen Jahren nun für den Rest seiner Berufszeit ausüben konnte.
Anfangs dümpelte der Marchbus dahin; der öV mittels Bus entwickelte sich allmählich. Erste Wartehäuschen und der erste Gelenkbus waren aber ein untrügliches Zeichen für das Umdenken in der Gesellschaft. «Dieser breite und lange Bus war ganz anders zu steuern als die Busse vorher», erinnert sich Schmid. Heute sind seine rund 160 Sitz- und Stehplätze an den Spitzenzeiten recht gut besetzt. Gesellschaftliche Veränderungen führten auch dazu, dass die Eigentümerfamilie Kistler – mittlerweile führt Xaver Kistler junior – je am Samstagabend von 21.30 bis 0.30 Uhr eine Securitasperson mitfahren lässt.
In all den Jahren hat Schmid keinen nennenswerten Unfall erlitten. «Einmal musste ich einen Stopp reissen; dabei ist eine Person im Bus gestürzt.» Als Buschauffeur müsse man «den Kopf bei der Sache haben». Doch nun wird es Zeit, zu gehen: «Ich muss aufhören, und das ist jetzt gut so», resümiert Schmid. «Die Altersbeschränkung für Buschauffeure liegt bei 70 Jahren», erklärt er.
 

Letzte Fahrt am Samstag
Seine letzte Fahrt am Samstagabend endet an seinem Geburtstag am Sonntag um 0.30 Uhr. Dieser besondere Moment wird dem manchmal rührseligen Toni Schmid wohl sehr nahe gehen. Aber: «Es gibt jeden Tag etwas Schönes.» Er schätzt sein gutes Leben. Obwohl nicht immer alles wie am Schnürchen lief, hatte er stets eine positive und interessierte Grundhaltung. Geschichte, Philosophie, Religion oder Technik – alle Themen findet er spannend, lehrreich und unterhaltend. Aber er hat keinen Computer – Toni Schmid ist ein Leser. Auch das Handy fehlt ihm nicht. «Ich will altmodisch alt werden», sagt er. Sein Lebensmotto ist «unterwegs sein» – auf Reisen und im Kopf.
 

«Werde Kameradschaft vermissen»
In jüngeren Jahren war Schmid auf der ganzen Welt unterwegs, heute fährt er nicht mehr weit fort. «Nächste Woche gehts mit einer Carreise an die französische Riviera», sagt er. Anschliessend, wieder mit seiner Lebenspartnerin Slobodanka Stevic, nach Sardinien. «Vermissen werde ich die gute Kameradschaft unter den Marchbus-Chauffeuren und die teils kurzen, aber persönlichen Beziehungen mit den Fahrgästen», sagt Toni Schmid. «Es war in all den Jahren ein gutes Geben und Nehmen.»

11.3.2010 / 22:22 / marchanzeiger.ch
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