Vermischtes

Bisherige Nutzung beibehalten

Ohne Zweifel sanierungsbedürftig: das Haus zu den zwei Raben auf der Insel Ufnau.
Ohne Zweifel sanierungsbedürftig: das Haus zu den zwei Raben auf der Insel Ufnau.
Wenn es nach der Schwyzer Regierung ginge, dann könnte mit der Modernisierung der Infrastruktur auf der Ufnau begonnen werden. Sie schmetterte die Einsprachen ab und hiess die Gesuche gut. Aber Widerstand ist bereits angekündigt.

Von Stefan Grüter
 

Schwyz. – Auf dem Tisch liegen vier Baugesuche und ein Konzessions­gesuch, eingereicht vom Eigentümer und Bauherrn, dem Kloster Einsiedeln. Das Konzessionsgesuch betrifft die Nutzung von Grundwasser für den Betrieb einer Wärmepumpen­anlage. Und die Baugesuche beinhalten die folgenden Vorhaben: Abbruch der Anbauten am Haus zu den zwei Raben, Umbau und Restaurierung des Barockbaus sowie den Aufbau einer Dachlukarne, den Ersatzbau des Gastwirtschaftsbetriebs (Sommerrestaurant), den Umbau und die Erweiterung des Weidstalls mit teilweiser Nutzungsänderung (Kühlzelle) sowie die Ver- und Entsorgung für das Haus zu den zwei Raben und den Ersatzbau. Gegen diese Gesuche haben diverse Parteien, insbesondere Umweltverbände, Einsprache erhoben. Gestützt wurden sie durch ein entsprechendes Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK).
 

Keine Einsprachebefugnis
Der Schwyzer Regierungsrat tritt auf die Einsprache gegen das Konzessionsgesuch gar nicht ein, weil die Einsprachebefugnis fehle. Die Beschwerden gegen die vier Baugesuche werden von der Regierung abgelehnt: «Abweichend von der Einschätzung der ENHK beurteilte der Regierungsrat alle Bauvorhaben auf der Ufnau als bewilligungsfähig. Zum einen wird dadurch die Aufrechterhaltung der bisherigen Nutzung auf der Ufnau in einem modernen Rahmen gewährleistet, und zum anderen werden die Gesamtnutzflächen trotz der geplanten Bauvorhaben nur sehr geringfügig steigen. Weiter sprechen Gründe der Denkmalpflege und des Tierschutzes für die Bewilligungserteilung», heisst es von Seiten des Regierungsrats und dessen Sprecher, Volkswirtschafts­direktor Kurt Zibung.
Überwiegende öffentliche Interessen stünden dem Vorhaben laut Regierung nicht entgegen. Insbesondere gehöre die Bewirtung von Gästen auf der Insel zu deren Tradition und stehe im Einklang mit der Moorschutzgesetzgebung, wobei jede Nutzungssteigerung bewilligungspflichtig wäre.

Freude im Kloster Einsiedeln

Auf den Entscheid der Regierung reagierte das Kloster Einsiedeln mit Freude und bekräftigte, dass es «den Erhalt der Insel als Ort der Erholung garantiert». Über den Leiter der Projektgruppe Ufnau, Ruedi Späni, liess das Kloster als Eigentümer der Insel mitteilen, dass es überzeugt ist, «dass der öffentliche Zugang zur Ufnau, einem Kleinod von besonderer Bedeutung, der Öffentlichkeit langfristig nur erhalten bleiben kann, wenn auch die Infrastruktur für die Besucher und der Gastwirtschaftsbetrieb den heutigen Anforderungen genügt». Es sei ein Anliegen des Klosters und aller Beteiligten, die Insel, den öffentlichen Zugang und die Gastfreundschaft zu erhalten und weiter zu pflegen. Im Gesamtkonzept aus dem Jahr 2003, das als Richtlinie für alle Sanierungsarbeiten auf der Ufnau gilt, sei von allem Anfang an der Ersatzbau für die Gastwirtschaft ein zentraler Bestandteil gewesen. «Denn die Ufnau soll, wie seit dem Jahr 1831, ein Ort bleiben, an dem Gäste willkommen sind und bewirtet werden.» Dazu sei eine entsprechende Infrastruktur nötig. «Bereits hat das Kloster Einsiedeln ein umfassendes Nutzungskonzept erstellt, das den Erhalt der Insel als Ort der Erholung garantiert», so die Medienmitteilung des Klosters. Man freue sich über den Entscheid und sehe diesen auch als Bestätigung der bisherigen Arbeit.

«Müssen Gerichtsweg beschreiten»
Überhaupt nicht erfreut vom Entscheid der Schwyzer Regierung zeigte sich der Verein «Ufenau ohne Neubau». Er kündigte an, den «Gerichtsweg beschreiten zu müssen». Es sei schon sehr erstaunlich, teilte der Verein «Ufenau ohne Neubau» gestern mit: Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission stelle fest, dass das Projekt nicht bewilligungsfähig sei. «Und trotzdem haben die Schwyzer Behörden zusammen mit der Gemeinde Freienbach nun die Baubewilligung für das Sommer­restaurant auf der Ufnau erteilt. Die enge Kooperation zwischen dem Kanton Schwyz, der Gemeinde Freienbach und dem Kloster Einsiedeln, die wir seit Beginn unseres Widerstands gegen einen illegalen, frei-
stehenden Neubau auf der Ufnau beobachten, hat somit gehalten», schreibt der Verein. Er vermutet, dass für «das Kloster andere Regeln gelten».
«Damit nun das Recht für alle gleich angewandt wird und die Insel Ufnau nicht mit einer rechtswidrigen, freistehenden Gastronomiebaute zugebaut wird, müssen wir den Gerichtsweg beschreiten. Dies, obwohl wir von Anfang an und mehrfach signalisiert haben, dass wir verhandlungsbereit sind, wenn der Bauherr am Ort und im Umfang des 1939er-Anbaus am Haus zu den zwei Raben die Gastronomie-Infrastruktur erneuern will.»

13.10.2010 / 23:33 / marchanzeiger.ch
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