Boulevard

Eine neue Leitung muss her

Mitarbeiter des EW?Höfe und der Gebrüder Reichmuth AG zeichneten gestern Nachmittag auf der Hauptstrasse mit Spraydosen die Werkleitungen an, damit diese beim Öffnen der Strasse nicht beschädigt werden. Bild Claudia Hiestand.
Der Wasserrohrbruch im Zentrum von Wollerau hat Folgen. Die Wasserleitung muss ersetzt werden. Das bringt Verkehrs-behinderungen von vier bis sechs Wochen mit sich.

Von Claudia Hiestand

Wollerau. – Dass man als Betriebsleiter einer Wasserversorgung immer auf unvorhergesehene Ereignisse gefasst sein muss, hat Ivan Reichmuth in der Nacht auf Donnerstag vergangener Woche einmal mehr erfahren. Um 1.30 Uhr klingelte ihn das Telefon aus seinem Schlaf. Unter der Hauptstrasse war auf Höhe der Gemeindekanzlei die Wasserleitung geborsten (wir berichteten). Bis zu 8000 Liter traten pro Minute aus, bis die Verantwortlichen der Wasserversorgung der Korporation Wollerau das Wasser abstellten. «Wir hatten Glück im Unglück», so Reichmuth. «Ein Mitglied der Feuerwehr befand sich auf dem Nachhauseweg und entdeckte eine Wasserfontäne, die aus dem Boden sprudelte. Der Mann schlug sofort Alarm.» Der Geselligkeit des Feuerwehrmanns sei es also zu 
verdanken, dass der Schaden kurz nach dessen Entstehung entdeckt worden sei. 
Zahlreiche Betroffene
Doch selbst wenn Reichmuth das Ganze mit Humor zu nehmen versucht – er und sein Team stehen nun vor einer grossen Herausforderung. Innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen müssen sie die über 100-jährige Leitung im Abschnitt zwischen Wächlenstrasse und Restaurant «Hinterhof» komplett ersetzen. Kein Kinderspiel, denn die Hauptstrasse ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Dorf. Ausserdem sind nebst den Anwohnern und den Verkehrsteilnehmern weitere Akteure vom Schaden betroffen: der Kanton als Besitzer der Strasse, die 
Gemeinde Wollerau, die Umleitungen über ihre Strassen in Kauf nehmen muss, die Busbetriebe Bamert AG, die die Haltestelle Wächlen Richtung Pfäffikon beziehungsweise Richterswil vorübergehend nicht bedienen kann, oder die Südostbahn (SOB), die die Hauptstrasse just dort quert, wo die Leitung ersetzt werden muss. Reichmuth hat die Sanierungsarbeiten, die heute Mittwoch beginnen, mit allen Beteiligten abgesprochen und koordiniert. Am runden Tisch sassen auch Vertreter der EW Höfe AG und des zuständigen Bauunternehmens. Reichmuth: «Unser Ziel ist es, die Arbeiten so effizient wie möglich zu erledigen, damit der Verkehr wieder reibungslos fliessen kann.» Während der Bauarbeiten wird der Verkehr teilweise umgeleitet. Für die Verkehrsteilnehmer von Richtung Wilen nach Wollerau bleibt eine Fahrspur offen. Wer in die entgegengesetzte Richtung will, muss einen kleinen Umweg via Bahnhofstrasse und Wächlenstrasse in Kauf nehmen. Das Parkhaus Wächlen kann nach wie vor benutzt werden.
1.5.2012 / 22:20 / marchanzeiger.ch
Copyright © 2013 by March-Anzeiger