Merkel mahnt auf CDU-Parteitag Geschlossenheit an

Die scheidende CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat ihre Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. Sie wünsche sich, dass die CDU aus dem Parteitag in Hamburg «gut gerüstet, motiviert und geschlossen» herausgehe, sagte Merkel.

Sie sei zuversichtlich, dass dies gelinge. «Wir spüren alle, das ist ein ganz besonderer Parteitag», sagte Merkel am Freitag in Hamburg vor den rund 1000 Delegierten.

Applaus und Weichenstellung

Der Parteitag werde «heute und morgen Weichen stellen»: zum einen personell mit der Wahl einer neuen Parteiführung, fügte Merkel hinzu, die nach mehr als 18 Jahren den Vorsitz abgibt. Zum anderen inhaltlich und programmatisch mit der Beratung vieler Anträge.

Beide Weichenstellungen hätten ein Ziel, sagte Merkel: «Gemeinsam wollen wir, dass unsere CDU als die starke Volkspartei der Mitte ihrem Gestaltungsauftrag gerecht wird» und «das richtige Angebot für die Zukunft unseres Landes macht». Zuvor war Merkel mit viel Applaus begrüsst worden. Die rund eintausend Delegierten erhoben sich von ihren Plätzen, als Merkel den Parteitag eröffnete.

Drei Kandidaturen

Bislang bewerben sich CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um die Nachfolge von Merkel an der Parteispitze. Weitere Bewerber für das Amt des CDU-Parteivorsitzenden können noch bis 12.30 Uhr ins Rennen gehen. Diese Meldefrist beschloss der Parteitag zum Auftakt. Im Anschluss stellen sich die möglichen Nachfolger den Delegierten vor.

Gewählt ist, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Gelingt dies keinem der Bewerber in der ersten Runde, kommt es zu einer Stichwahl der beiden Bestplatzierten.

Erstmals seit 1971 entscheiden die CDU-Delegierten bei der Wahl ihres Vorsitzenden zwischen mehreren Kandidaten. Die Noch-Parteichefin begrüsste den Wettbewerb: «Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht», sagte Merkel bei einem Hallenrundgang am Donnerstag. Merkel wird zwar den CDU-Vorsitz abgeben, aber weiter Kanzlerin in Deutschland bleiben.