Motto «Macht» lockt weniger Besucher ans Lucerne Festival

Das diesjährige Lucerne Festival unter dem Motto «Macht» hat so wenig Besucher angelockt, wie seit Jahren nicht mehr. Hauptgrund dafür dürfte sein, dass weniger Sinfoniekonzerte auf dem Programm standen. Gestiegen ist dafür die Gesamtauslastung.

Das vierwöchige Festival, das am Sonntag zu Ende geht, zählte 72«700 Besucherinnen und Besucher an den 87 Veranstaltungen. In den letzten fünf Jahren lag die Besucherzahl jeweils zwischen 78»000 und 80’000. Gegenüber dem Vorjahr habe man drei Sinfoniekonzerte weniger gespielt, hiess es bei den Veranstaltern auf Anfrage. Der KKL Konzertsaal fasst knapp 1900 Gäste.

Man sei mit der Bilanz zufrieden, erfreulich sei insbesondere die Gesamtauslastung, die von 89 Prozent im Vorjahr auf 91 Prozent stieg. 20 Konzerte waren ausverkauft. Die 64 Verkaufsveranstaltungen seien mit 62’500 Besuchern sehr gut besetzt gewesen.

Kaum freie Plätze gab es bei den Sinfoniekonzerten mit einer Auslastung von 94 Prozent. Dazu kamen über 80’000 Zuschauer, die drei der Konzerte live im Internet verfolgten.

Premiere und Abschied

Den 23 Gratis-Vorstellungen wohnten 10’200 Personen bei. Nur gering weniger waren es bei den 25 Veranstaltungen mit überwiegend zeitgenössischer Musik unter Beteiligung der Lucerne Festival Academy und der Alumni. 19 Uraufführungen wurden gespielt.

Zum ersten Mal waren über 90 Alumni am Lucerne Festival präsent, um ausgewählte Projekte zu realisieren. So spielten sie etwa unter der Leitung von Riccardo Chailly ein Programm mit Werken von Aleksandr Mossolow, Bruno Maderna, Arnold Schönberg und Wolfang Rihm.

Zum letzten Mal am Dirigentenpult stand am Lucerne Festival Bernard Haitink. Der 90-jährige Maestro verabschiedete sich mit Anton Bruckners Siebter Sinfonie und den Wiener Philharmonikern von der internationalen Konzertbühne.