Zur SekPro wird das Volk das letzte Wort haben

Der Kanton will künftig die Führung von Leistungsklassen ermöglichen – wie hier in der Leutschen.

Mit 65 zu 29 Stimmen will der Kantonsrat künftig den Bezirken die Führung von Leistungsklassen ermöglichen, dies im Gegensatz zum Antrag von Erziehungsrat und Regierungsrat. 

Für die leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler gibt es verschiedene Unterstützungsmassnahmen, für die starken Schüler sollten ebenfalls entsprechende Angebote ermöglicht werden. Dies vor allem im Bezirk Höfe. Diese Meinung herrschte bei der Ergänzung des Volksschulgesetzes vor. Nach erfolgreichem Schulversuch sollen auf der Sekundarstufe I Leistungsklassen ermöglicht werden. Dabei wird der Unterricht zweisprachig, auch in Englisch, gehalten. Der Bedarf zeichnet sich vor allem in den Höfen ab, wo mittlerweile 22 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Privatschulen unterrichtet werden. Mit der Ermöglichung von Leistungsklassen in den Bezirksschulen sollen die öffentlichen Schulen gleich lange Spiesse bekommen wie die Privatschulen. Kommissionssprecher Mathias Bachmann (CVP, Merlischachen) brachte es auf den Punkt: «Der Bezirk Höfe hat andere Bedürfnisse als der Bezirk Schwyz oder Gersau.»

Chancengerechtigkeit

Marlene Müller (FDP, Wollerau) sprach von «Chancengerechtigkeit» für begabte Schüler. «Die starken Schülerinnen und Schüler dürfen wir nicht auf der Strecke lassen.» Eine starke öffentliche Schule bedeute auch einen Standortvorteil. In die gleiche Richtung argumentierte auch Marcel Föllmi (CVP, Pfäffikon): «Eine gute Schule ist wichtig.» Thomas Hänggi (SVP, Schindellegi) sah darin eine «Förderung, ohne dass es den Kanton mehr kostet». Und Sibylle Ochsner (FDP, Galgenen) sprach von einer «Förderung unter Berücksichtigung der Fähigkeiten». Dabei werde nicht nur der akademische Bildungsweg gefördert, sondern auch der Weg zu handwerklichen und gewerblichen Berufen. Schliesslich betonte auch Rolf Sigrist (CVP, Wollerau), dass den Bezirken der Handlungsspielraum zur Schaffung von Leistungsklassen zu geben sei.

Gespalten zeigten sich die SVP- und SP-Fraktion. Martin Brun (SVP, Sattel) setzte ein «Fragezeichen zum Mehrwert». Und Paul Furrer (SP, Schwyz) drehte das Rad zurück: «Der grösste Fehler war es, Privatschulen zuzulassen.» Auf der Seite der Gegner platzierten sich auch der Erziehungsrat und der Regierungsrat: «Es gibt bereits jetzt genügend Modelle an den Schwyzer Schulen, um leistungsstarke Schülerinnen und Schüler zu fördern», so Bildungsdirektor Michael Stähli. 

Nichtsdestotrotz überstimmte das Parlament den Regierungsrat mit 65 zu 29 Stimmen. Da jedoch das nötige Quorum um fünf Stimmen nicht erreicht worden ist, untersteht diese Vorlage dem obligatorischen Referendum, so dass die Stimmberechtigten im nächsten Jahr dazu das letzte Wort haben werden.

Artikel in der Ausgabe vom Donnerstag, 19. Dezember.

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