IWF erwartet wieder etwas mehr Schwung für Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass sich die Weltwirtschaft wieder etwas stabilisieren dürfte. Allerdings werde die Erholung auch in den kommenden beiden Jahren bloss «im Schneckentempo» vorangehen.

Unter anderem hätten eine weiterhin lockere Geldpolitik, eine teilweise Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie nachlassende Sorgen vor einem ungeregelten Austritt Grossbritanniens aus der EU für Rückenwind gesorgt, hiess es im Konjunkturausblick des IWF. Dieser wurde am Montag auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos den Medien präsentiert.

«Wir erwarten eine moderate Erholung, doch haben wir auch noch keinen klaren Wendepunkt erreicht», erklärte Kristalina Georgiewa an der Pressekonferenz. Die Bulgarin ist seit Oktober 2019 geschäftsführende Direktorin des IWF. Wie sie ausführte, erwartet die Organisation, dass das globale Wirtschaftswachstum auch weiterhin bloss «im Schneckentempo» voranschreiten dürfte.

Trotz der kürzlich erzielten ersten Einigung im Konflikt zwischen den USA und China müsse sich die Welt eben noch damit arrangieren, dass die Unsicherheit auf politischer Ebene zunehme.

Prognose etwas niedriger

Konkret dürfte die Weltwirtschaft nach Einschätzung der IWF-Experten im laufenden Jahr um 3,3 Prozent wachsen, während das Wachstum für 2019 nur auf 2,9 Prozent beziffert wird.

Damit liegen die aktuellen Erwartungen des IWF für das globale Wachstum niedriger als bei der vorangegangenen Prognose im Oktober. Damals hatte der IWF für 2020 ein Wachstum von 3,4 Prozent erwartet. Für 2021 revidierte der Währungsfonds die Prognose auf 3,4 Prozent, nach zuvor 3,6 Prozent.

IWF-Chefökonomin Gita Gopinath, die dieses Amt Anfang 2019 als erste Frau übernommen hatte, erklärte die Prognosesenkung mit zuletzt negativen Nachrichten aus einigen Schwellenländern. Allen voran nannte die Expertin Indien.

Das grosse Schwellenland leidet derzeit unter heftigen politischen Unruhen, die immer stärker zu einer Gefahr für die Entwicklung in der grössten Demokratie der Welt werden.