Smartphone-Bank Neon streicht Gebühren für Auslandzahlungen

Die Smartphone-Bank Neon streicht die Gebühren und Wechselkurssaufschläge für Kartenzahlungen im Ausland. Damit will das Fintech-Unternehmen mit ausländischen Anbietern wie Revolut oder N26 gleichziehen und schneller wachsen.

Wechselkursaufschläge, Auslandseinsatzkommissionen und Bearbeitungsgebühren dienten heute eher der verdeckten Gewinnmaximierung, teilte Neon am Montag mit. Die dahinterstehenden Aufwände seien durch Automatisierung seit Jahren vernachlässigbar. Und Neon sei auf diese «Praktiken» nicht angewiesen, auch weil der Gebührenwegfall durch einen Wachstums- und Nutzungsschub kompensiert werde.

Laut dem Online-Vergleichsdienst Moneyland kommt Neon mit dem Schritt bezüglich Auslandtransaktionen nun auf ein ähnliches Preisniveau wie Revolut und Co. Kleinere Unterschiede bei den Kursen könne es aber immer noch geben, sagte Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz.

Wachstum dank tieferen Gebühren

Neon ist im März 2019 mit seiner Banking-App gestartet. Inzwischen zählt das Unternehmen 12’500 Kunden, wie die Neon-Bankpartnerin, die Hypothekarbank Lenzburg, am Freitag meldete.

Neon hat sich das Ziel gesetzt, die Nummer 1 bei mobilen Kontonutzern in der Schweiz zu werden, wie aus der Mitteilung vom Montag hervorgeht. Durchsetzen wird sich laut Neon dabei vor allem das günstigste Angebot: Das Wachstum ausländischer Anbieter in der Schweiz habe gezeigt, dass nur radikal bessere Angebote Anklang fänden.

Wachstum entscheidend

Laut Manz könnte die Strategie für Neon durchaus aufgehen. «Günstige Fremdwährungsgebühren und Wechselkurse sind eindeutig ein Hauptvorteil von Transferwise, Revolut und Co.», so Manz. Diesbezüglich ergebe die Gebührenstreichung von Neon sicher Sinn und erhöhe die Chancen, das Kundenwachstum zu beschleunigen.

Dieses sei für Start-ups entscheidend, denn das Geschäftsmodell könne sich auch später noch weiter entwickeln. Ausserdem verdienten die Anbieter auch ohne Fremdwährungsaufschläge an den Interchange Fees, also Verrechnungsgebühren, die zwischen Banken gezahlt werden.

Von der Benutzerfreundlichkeit (Usability) her wird es laut Manz für Neon aber eher schwierig, mit den grossen internationalen Onlinebanken mitzuhalten. Für Anbieter wie Neon könne für Schweizer Kunden aber der Umstand sprechen, dass es sich um eine Schweizer Lösung handle.

Mittelfristig dürften die Smartphone-Banken dann auch die Gebührenstrukturen von traditionellen Schweizer Banken unter Druck setzen, wie Manz weiter sagte. Kurzfristig werde sich aber noch wenig ändern, da die meisten Kunden eher wechselfaul seien und diese Gebühren nicht vergleichen würden.