Stoos: Pistenfahrzeug war vermutlich Schuld an Unfall

Die Absturzstelle wurde für die Rettungsarbeiten ausgeleuchtet. (Bild: Geri Holdener)

Am Fronalpstock hat sich gestern Abend ein tragischer Zwischenfall ereignet. Ein Vierer-Sessel ist in die Tiefe gestürzt. Vier wurden Verletzt, sechs weitere Passagiere mussten in der Kälte gerettet werden. Bei den Beteiligten handelt es sich um Mitarbeiter einer Zürcher Firma.

Gestern Abend kurz nach 22 Uhr kam es auf dem Stoos zum Absturz eines Sessels am Sessellift Stoos-Fronalpstock. Zehn Personen fuhren mit einer geplanten Sonderfahrt talwärts, als eine der Gondeln rund zehn Meter tief abstürzte. Dabei erlitten eine 33-jährige Frau und ein 40-jähriger Mann lebensbedrohliche, zwei Männer im Alter von 33 und 38 Jahren erhebliche Verletzungen.

Die Verunfallten mussten mit Rettungshelikoptern hospitalisiert werden. Sechs Personen in den nachfolgenden Sesseln konnten von den Rettungskräften unverletzt geborgen werden. Sie mussten vorübergehend auf knapp 1’700 Metern über Meer in der klirrenden Kälte ausharren, bis Hilfe kam. Die sechs Passagiere, die das Unglück ihrer Kollegen mit eigenen Augen mitansehen mussten, wurden psychologisch betreut.

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen steht der Sesselabsturz in Zusammenhang mit einem gespannten Windenseil eines Pistenfahrzeuges. Ein Vierersessel kollidierte auf der Talfahrt mit dem Seil und stürzte in der Folge rund 10 Meter in die Tiefe. Weshalb es zu dieser Situation kommen konnte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung. Nebst der Kantonspolizei Schwyz und der Staatsanwaltschaft Innerschwyz ist die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) für die Ermittlungen beigezogen worden.

Für die Bergung und Betreuung der Verunfallten und Unverletzten, welche sich nach einem Firmenan-lass auf der Talfahrt befanden, standen vier Rettungshelikopter, der Rettungsdienst Schwyz, die Feuer-wehr Stoos und die Kantonspolizei Schwyz im Einsatz.

Die zehn Personen waren auf einem Firmenausflug und arbeiten alle für einen internationalen Nahrungsmittelkonzern mit Sitz im Kanton Zürich.

Zur Klärung des genauen Herganges und der Unfallursache haben die Schwyzer Strafverfolgungsbehörden die Schweizerische Sicherungsuntersuchungsstelle (SUST) beigezogen. «Der Betrieb der oberen Sektion des Sesselliftes Stoos-Fronalpstock ist bis auf Weiteres eingestellt», teilt die Kapo Schwyz in einem Bulletin mit.

Schon 2016 war im gleichen Hang ein Sessel in die Tiefe gestürzt. Damals war eine Windböe Schuld, die den leichten, leeren Sessel vom Kabel geweht hatte. Diesmal aber war es praktisch windstill. Die Wetterverhältnisse stehen als Absturzursache für das gestrige Unglück eher nicht im Vordergrund.