Samsung glaubt weiter an Zukunft von Falt-Smartphones

Faltbare Smartphones sorgten für viel Aufsehen – und blieben mit ihrem hohen Preis bisher ein Nischen-Angebot. Doch Samsung glaubt an die Geräteklasse und legt nach. Mit dem neuen Modell orientiert sich der Weltmarktführer an einem Handy-Klassiker der Konkurrenz.

Samsung stellte am Dienstag das Modell Galaxy Z Flip vor, das sich auf die Grösse eines herkömmlichen Smartphones ausfalten lässt – und zusammengeklappt etwa so gross wie eine Puderdose ist.

Der Preis liegt mit knapp 1’500 Euro am oberen Ende davon, was man für klassische Smartphones bezahlt. Marktforscher befürchten allerdings, dass diese hohen Preise etliche potenzielle Käufer abschrecken werden.

Im Trend

Das erstes Auffalt-Smartphone von Samsung – das rund 2000 Euro teure Galaxy Fold – verkaufen die Südkoreaner seit vergangenem Herbst. Es ist ausgeklappt so gross wie ein kleiner Tablet-Computer mit einem quadratischen Bildschirm.

Konkurrent Huawei hat ein ähnliches Modell im Angebot – das bisher allerdings nur in China angeboten wird. Die Lenovo-Marke Motorola brachte gerade erst ein neues Modell heraus, dass sich genauso wie das Z Flip auf Smartphone-Grösse ausklappen lässt.

Razr wiederbelebt

Motorola liess dafür den traditionsreichen alten Modell-Namen Razr aufleben – Samsung nahm dem Gerät aber mit dem Z Flip schon jetzt den Wind aus den Segeln, betonte die Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics. Das Moto Razr ist teurer und erntete in Rezensionen von US-Medien viel Kritik unter anderem für die Qualität des faltbaren Displays.

Marktforscher wie Ranjit Atwal von der Analysefirma Gartner gehen allerdings generell davon aus, dass die teuren Falt-Geräte in nächster Zeit nur ein Nischen-Angebot bleiben werden.

Die Marktforschungsfirma Counterpoint Research prognostizierte beim Finanzdienst Bloomberg, dass Samsung in diesem Jahr rund zwei Millionen Geräte des Galaxy Z Flip verkaufen kann. Das wäre ein Bruchteil vom Gesamtabsatz des Branchenersten: Nach Berechnungen von Marktforschern verkaufte Samsung im vergangenen Jahr rund 295 Millionen Smartphones verschiedener Preisklassen.

Bessere Scharniere

Samsung zog unterdessen Lehren aus seinen Problemen mit dem Galaxy Fold. Der für Frühjahr 2019 geplante Marktstart musste verschoben werden, nachdem sich bei an US-Journalisten verteilten Testgeräten die Falt-Scharniere als Schwachstelle erwiesen. Die Gelenke wurden für die Verkaufsversion verbessert. Jetzt werden die Scharniere und der Bereich unter dem Display von einem neuen Bürsten-System im Gehäuse geschützt, das Staub fernhalten soll.

Samsung positioniert das Gerät auch als Mode-Accessoire und will damit verstärkt Frauen ansprechen. In einigen Ländern soll es auch eine Version mit goldenem Gehäuse geben.