Coe über Doper in Corona-Zeiten: «Wir werden sie erwischen»

Sebastian Coe, der Präsident von World Athletics, warnt Sportler, die aktuelle Coronavirus-Krise als Schlupfloch für Doping zu nutzen.

«Kein Sportler sollte jemals zum Schluss kommen, dass er sich in einer Test-Sperrzone befindet, das ist nicht der Fall», sagte Coe im deutschen Fernsehen ARD. «Wir haben Systeme eingerichtet, die mehr als ausreichend sind, um mit der aktuellen Verwerfung umzugehen.»

Auch der Schweizer Olivier Niggli bekräftigte in seiner Funktion als WADA-Generaldirektor Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA: «Es gibt viele Mittel, etwa den biologischen Athleten-Pass, der einen Überblick über Jahre gibt und sicher von Interesse sein könnte, wenn es Lücken gibt ohne Dopingkontrollen.»

Derzeit ruht das internationale Kontrollsystem weitgehend, auch der Kontrollbetrieb in der Schweiz läuft nur reduziert. Dass die Umstände allerdings zu einer Doping-Euphorie führen könnte, bezweifelt Antidoping-Schweiz-Chef Ernst König. «Will ein Athlet Doping betreiben, muss er sich zuerst die Mittel besorgen, dann braucht er professionelle medizinische Unterstützung, um richtig zu dosieren», so König gegenüber von Keystone-SDA. Der Entscheid, zu Dopingsubstanzen zu greifen, sei nicht spontan zu fällen. «Es ist nicht wie etwa beim Schwarzfahren», sagt König.