Apotheken stellen selbst Desinfektionsmittel her

Petra Steinegger bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln im Labor der Schwanenapotheke in Schübelbach. (Bild: Nina Gubler)
von Nina Gubler


In der Desinfektionsmittelabteilung in den Läden herrscht gähnende Leere. Auch die Apotheken können keine mehr bestellen und sind daher auf die Selbstherstellung umgestiegen. In dieser aussergewöhnlichen Lage sind die keimtötenden Mittel so beliebt wie noch nie. Doch ist ständiges Desinfizieren der Hände wirklich nötig?

«Nein, nicht zwingend. Denn grundsätzlich reicht gründliches Händewaschen bei gesunden Menschen völlig aus», erklärt Petra Steinegger, eidg. dipl. Apothekerin und Inhaberin der Schwanenapotheke in Schübelbach.

Viel wichtiger sei, dass man sich mit den Händen nicht ins Gesicht fasse, um eine Schmierinfektion zu vermeiden. «Die Viren können nämlich nicht hüpfen», erzählt Steinegger schmunzelnd. Trotzdem sei ein Desinfektionsmittel nicht falsch. Wenn man es richtig anwendet, so wie es das BAG erklärt, sollte ein Grossteil der Viren und Bakterien abgetötet werden.

Einfache Herstellung

Aufgrund der enormen Nachfrage an Desinfektionsmitteln war dieses sehr schnell ausverkauft. «Die Apotheken bekamen sehr zügig die Erlaubnis vom BAG, das Biozid selbst herzustellen», weiss Steinegger.

Aber auch die Inhaltsstoffe waren nicht immer erhältlich. Es gab Zeiten, da war kein Wasserstoffperoxid mehr vorhanden. Alkohol wurde ebenfalls knapp und darum auch teurer. «Firmen, die nicht für die Herstellung von Desinfektionsmitteln zuständig sind, zeigten Solidarität und stellten ihren Alkohol den kantonalen Behörden teilweise gratis zur Verfügung.»

Ausführlicher Bericht in der Zeitungsausgabe vom Montag, 6. April.