Als sich der FC Basel von GC vertreten liess

Als vor 125 Jahren, am 7. April 1895, die Schweizerische Fussball-Association, der spätere SFV, gegründet wurde, war erst ein sehr kleiner Kreis von Vereinen beisammen.

Von den heutigen Traditionsklubs gehörten nur St. Gallen, GC und Basel zu den Gründungsmitgliedern.

Am Ende der 19. Jahrhunderts brachten englische Touristen den Golfsport in die Schweiz, und zur gleichen Zeit importierten englische Studenten hauptsächlich in der Westschweiz den Fussball. Die ersten Vorstandsmitglieder der Schweizer Fussball-Association (SFA) hiessen denn auch nicht Müller, Studer oder Iseli, sondern Thomas Lawton Kilham, J.W. Seymour Hosley, John Tollman und Edmund L. Davies.

Erster Präsident war Emil J. Westermann von den Grasshoppers. Er wurde der Initiator der Verbandsgründung, indem er alle ihm bekannten Klubs anschrieb und sie ins günstig gelegene Bahnhofbuffet Olten bat, wo auch schon der Alpenclub, die FDP oder der Gewerkschaftsbund gegründet worden waren. Ein paar Eingeladene blieben entschuldigt oder unentschuldigt fern. Der FC Basel liess sich – was heute kaum noch zu denken wäre – durch GC vertreten und für den Verband eintragen. Die sieben anwesenden Gründer waren GC, der FC St. Gallen als ältester Klub auf dem europäischen Festland, der FC Excelsior Zürich (der später mit dem FCZ fusionierte), Lausanne Football & Country Club, La Villa FC Ouchy, Neuchâtel Rovers FC und der Yverdon FC.

In Bern wurde vier Jahre vor dem BSC YB der eigentliche Stadtklub FC Bern (1894) gegründet. Dieser ist aber in den Akten der Gründungszeit nicht erwähnt. Dennoch war ab 1898 der zweite Präsident der SFA, Paul Kehrli, ein Vertreter des FC Bern.

Was die Verbandsstatuten wie auch die Spielregeln betraf, orientierte sich Emil Westermann an der englischen Football-Association (FA). Westermanns erstes Ziel war es, dass die Wettspiele nach einigermassen einheitlichen Regeln abgehalten wurden.

Im Frühling 1897 kam Bewegung in den Schweizer Fussball. Die Genfer Sportpioniere Aimé Schwob und François Dégerine gründeten mit der «La Suisse Sportive» die erste Sportzeitung der Schweiz und fanden mit der Champagner-Firma Ruinart einen Sponsor für eine gesamtschweizerische Meisterschaft. Die SFA wollte allerdings von einem solchen Format noch nichts wissen. Präsident Westermann erklärte, dass es «den meisten Klubs eine absolute Unmöglichkeit ist, in Folge ihrer finanziellen und geschäftlichen Verhältnisse grössere Reisen auszuführen». So wurde die erste offizielle Schweizer Meisterschaft 1898/99 ausgetragen. Der Titel ging an den Anglo-American Club Zürich. Erst im Februar 1905 ging das erste offizielle Länderspiel der Schweiz vonstatten. Die Nati verlor in Paris gegen Frankreich 0:1.

Von den heutigen Klubs der Super League und der Challenge League waren 1895 die folgenden schon gegründet: St. Gallen 1879, Grasshoppers 1886, Servette 1890 (die ersten rund zehn Jahre Rugby spielend), Basel 1893 und Lausanne-Ouchy (La Villa FC Ouchy) 1895. In der ersten Jahren nach der Verbandsgründung kamen weitere heutige Profiklubs dazu: Zürich 1896, Lausanne Sports 1896, Winterthur 1896, Schaffhausen 1896, Young Boys 1898, Thun 1898, Wil 1900, Luzern 1901, Aarau 1902. Später oder viel später folgten Chiasso 1905, Lugano 1908, Sion 1909, Neuchâtel Xamax 1916 und Kriens 1944.