«Wir müssen jetzt besonders wachsam sein»

Dr. Thomas Bregenzer, Infektionole am Spital Lachen: «Man wollte Kosten sparen und war entsprechend nicht gut vorbereitet.»

Ab heute werden die Massnahmen des Bundes gegen die Verbreitung des Coronavirus schrittweise gelockert. Mit Dr. Thomas Bregenzer, Facharzt Infektiologie am Spital Lachen, werfen wir einen Blick zurück. 

Die Vogelgrippe 1997, Sars in den Jahren 2002/03, die Schweinegrippe im 2009/10 und 2012 Mers – ebenfalls aus der Familie der Coronaviren: In all diesen Jahren stand das Pandemierisiko prominent und medial im Zentrum. Dennoch wurden die nötigen Massnahmen nie ergriffen, die Lagerbestände nicht gesichert und der Pandemieplan nie umgesetzt. «Der Kostendruck im Gesundheitswesen hat vermutlich dazu beigetragen, dass man diese Kosten einsparen wollte und jetzt entsprechend nicht gut vorbereitet war», erklärt sich dies Dr. Thomas Bregenzer, Facharzt FMH Infektiologie am Spital Lachen. Nicht nur die staatliche Vorbereitung sei vernachlässigt worden, «auch die persönliche Vorbereitung haben viele nicht ernst genommen». 

Üben, um für das nächste Mal besser gewappnet zu sein

«Es wird sich lohnen, zu prüfen, wie man sich besser vorbereiten kann, und zu überlegen, wie man ein Szenario dieser Art ‹üben› könnte, um besser auf die Bedrohung zu reagieren», sagt Bregenzer rückblickend. Mit der Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Gesundheit, der Ärzteschaft und den Spitälern sei er sehr zufrieden. «Es gibt eine grosse Bereitschaft, zu helfen.» Jetzt, wo die Massnahmen gelockert werden, sei es aber wichtig, wachsam zu bleiben, um einen erneuten Anstieg der Erkrankungen erfassen und darauf reagieren zu können.

Im Interview kommt Dr. Bregenzer auch auf die Kritik zu sprechen, eine saisonale Grippewelle führe zu weit mehr Todesfällen als jetzt das Coronavirus. «Das Coronavirus und eine Grippewelle sind nicht miteinander zu
vergleichen», sagt er. 

Interview in der Ausgabe vom Montag, 27. April, zu lesen.

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