Eurogruppen-Chef sieht Merkel-Macron-Plan als Fiskalunion

Der Eurogruppen-Vorsitzende Mário Centeno lobt den deutsch-französischen Vorschlag für einen 500 Milliarden Euro schweren europäischen Wiederaufbaufonds. Er bezeichnete ihn als «gute Nachricht für Europa».

Die Initiative der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatschefs Emmanuel Macron sei «ein kühner Schritt in die richtige Richtung, um diese Krise zu überwinden», sagte der portugiesische Finanzminister im Interview der «Welt am Sonntag».

Diese Initiative könnte die Euro-Zone langfristig prägen. «Wir werden sehen, wie es funktioniert», sagte Centeno. «Der deutsch-französische Vorschlag wäre ein grosser Schritt hin zu einer Fiskalunion und zu einer wirklich funktionierenden Währungsunion, selbst wenn der Wiederaufbaufonds nur zeitlich begrenzt ist.»

Centeno rief die europäischen Regierungen auf, sich rasch auf Kernelemente des europäischen Konjunkturprogramms zu einigen. «Es wäre gut, wenn wir uns vor dem Sommer auf die Grundzüge des Wiederaufbaufonds einigen», hiess es. Eine Reihe von EU-Ländern lehnt den Plan von Merkel und Macron allerdings ab. In einem Gegenentwurf haben sich vier kleinere EU-Staaten dafür stark gemacht, die Wirtschaft in der Coronavirus-Krise mit günstigen Krediten statt mit Zuschüssen wieder in Schwung zu bringen.