Zunehmend körperliche Beschwerden wegen Pandemie

Nach dem Lockdown und später durch die Einschränkungen mussten viele auf das Fitnesstraining verzichten. Das rächt sich jetzt.

Die Fitnessbranche ist in den letzten zehn Jahren kräftig gewachsen. Im Jahr 2011 gab es in der Schweiz 750 Fitnesscenter, 2020 waren es schon 1361. Noch immer belastet die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen und Schliessungen der Fitnesszentren viele Betriebe – und deren Kunden. Denn in ein Fitnesscenter gehen nicht nur junge, muskelbepackte Männer und schlanke Frauen, die dem Vorbild auf Social Media entsprechen wollen – dieses Cliché hält sich noch heute –, sondern auch viele Personen, die zum Beispiel an Diabetes, Herzproblemen oder Rückenproblemen leiden und auf Bewegung und Krafttraining angewiesen sind. Eine Studie des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verbands (SFGV) zeigt, dass mittler­weile die Altersgruppe von über 40 Jahren mit einem Anteil von 59,1 Prozent mehr als die Hälfte aller Trainierenden ausmacht.

Verschlechterung bei 99 Prozent
Mit einer Umfrage unter 1141 Kunden der 400 SFGV-Mitglieder wollte der ­Verband herausfinden, wie es heute um deren Gesundheitszustand steht. In den Ergebnissen zeigt sich sehr deutlich, dass nur wenige keine Verschlechterung ihrer Gesundheit erfuhren. 45 Prozent hätten gar wieder eine Ärztin oder einen Therapeuten auf­suchen müssen, weil sich die Gesundheit derart verschlechterte, 31 Prozent der Befragten gaben an, wieder Medikamente schlucken zu müssen.
Die Altendörfler Therapeutin Marie Beau gibt an, viele Patienten zu be­handeln, denen es aufgrund des Lockdowns und der Pandemie körperlich schlechter geht. Der Mangel an Sport und Bewegung mache sich bemerkbar. «Nach meinem Empfinden nutzten nur wenige die freie Zeit während des Lockdowns, um dauerhaft mehr Sport zu treiben», so Beau. Die meisten Ausserschwyzer, die zu ihr ­kämen, würden unter wiederkehrenden Rückenschmerzen leiden. Das Fitnesstraining stärke die Rumpfmuskulatur und schule das Gleichgewicht, was wiederum mehr Stabilität bringe.

20 Prozent haben Abo gestoppt
Trotz Öffnung der Fitnesscenter im April haben sich diese noch nicht erholen können. Erst gab es eine Masken- und jetzt eine Zertifikatspflicht, wodurch wieder Kunden wegbleiben. Der Inhaber des TC Lachen, Armin Spörri, spricht offen über die Ein­bussen: «Wir haben 50 Prozent unseres Jahresumsatzes verloren.» Etwa 20 Prozent hätten ihr Abo aufgrund der Covid-Zertifikate gestoppt. Anderen Ausserschwyzer Betrieben dürfte es gleich gehen.

Vollständiger Artikel in der Ausgabe vom Dienstag, 12. Oktober, zu lesen

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