Schweiz mit einer Bündnerin im Tor gegen starkes England

Das Schweizer Nationalteam der Frauen bestreitet am Donnerstag den letzten Test vor der EM gegen England. Dabei wird die Mannschaft auf einen Bündner Rückhalt zählen dürfen.

Sofern das Schweizer Team sich alle Fehler für ein Spiel aufgespart hat, dürfte nun nichts mehr schiefgehen. Die Partie am letzten Freitag in Erfurt gegen Deutschland verkam nach einem zumindest defensiv disziplinierten Start zum Debakel. Klar wurde im Verlauf des Spiels und mit Blick auf die Anzeigetafel nicht mehr kompromisslos jeder Zweikampf gesucht oder jeder Raum geschlossen, in seiner Deutlichkeit war die 0:7-Niederlage gegen den achtfachen Europameister mit Ex-Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg doch eine Darbietung, die Fragen aufwarf.

Fragen wie zum Beispiel, ob die Schweiz in der Defensive internationalen Top-Ansprüchen genügt. Nicht nur Torhüterin Gaëlle Thalmann machte gegen die Deutschen, die an der EM zumindest zum erweiterten Kreis der Favoriten zählen, nicht immer eine gute Figur, sondern im gesamten Abwehrverbund kam es öfters zu Missverständnissen, welche die DFB-Auswahl kaltblütig in Tore ummünzen konnte.

Müde seien sie gewesen, meinte Stürmerin Ramona Bachmann, die sich wie ihre Kolleginnen in der Offensive überhaupt nicht hatte entfalten können. Im Wissen, dass dieses Resultat sportlich jedoch keine grössere Bedeutung haben würde, war die Partie gedanklich schnell in den Hintergrund gerückt.

Peng mit Debüt oder der 10. Einsatz für Friedli?

Am Donnerstag empfangen die Schweizerinnen den EM-Gastgeber England für einen letzten Test, und obwohl ein landläufiges Sprichwort nach einer missglückten Hauptprobe dafür eine gelungene Vorführung (sprich ein gelungenes Turnier) voraussagt, werden die Schweizerinnen bestrebt sein, im Zürcher Letzigrund ein besseres Bild abzugeben als noch in der Erfurter Provinz.

Zwischen den Pfosten der Nationalmannschaft wird dabei auf jeden Fall eine Bündnerin stehen. Wie der «Blick» berichtet, hat sich Stammtorhüterin Gaëlle Thalmann im Training bei einem Kopfstoss verletzt und wird für einige Tage geschont. So könnte die 20-jährige Livia Peng ihr Nationalteam-Debüt feiern, möglich ist aber auch ein Einsatz der Engadinerin Seraina Friedli. Für sie wäre es das 10. Länderspiel. 

Die Engländerinnen präsentierten sich zuletzt in starker Form. Während die Schweiz 2022 nach wie vor auf den ersten Sieg wartet, haben die «Three Lionesses» ihre letzten fünf Partien allesamt gewonnen und dabei auch Europameister Niederlande und Deutschland besiegt. Die Hausse zur richtigen Zeit hat auf der Insel eine Euphorie entfacht, die Fans träumen von einem Durchmarsch bis in den Final Ende Juli im Wembley.

Nationaltrainer Nils Nielsen, der wieder auf die zuletzt am Oberschenkel verletzt gewesene Captain Lia Wälti dürfte zählen können, wird mit seinen Spielerinnen bestrebt sein, die Euphoriebremse zu finden.