Hüberli/Brunner am Heimturnier im alleinigen Fokus

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré ruhen die Schweizer Hoffnungen am Pro-Tour-Turnier in Gstaad ab heute Mittwoch auf Tanja Hüberli und Nina Brunner.

HEIMVORTEIL ALS PLUS. Tanja Hüberli und Nina Brunner nutzten den Heimvorteil bei den letzten beiden Austragungen des Gstaader Turniers aus, 2019 und 2021 (2020 fand das Turnier wegen Corona nicht statt) sorgten sie jeweils für die beste Schweizer Klassierung. Vor drei Jahren wurden sie Vierte, letztes Jahr verpassten sie den neuerlichen Halbfinal-Einzug nach einer Niederlage in der Runde zuvor gegen die späteren Siegerinnen Agatha/Duda aus Brasilien nur ganz knapp.

SIEBEN TEAMS. Auch dieses Jahr sind Hüberli/Brunner der Trumpf im Schweizer Aufgebot. Die WM-Neunten schafften es diese Saison auf der neu lancierten pro Tour (ehemals World Tour) als jeweils Dritte bereits zweimal auf das Podest. Insgesamt darf Swiss Volley an das Heimturnier sieben Teams, drei bei den Männern und vier bei den Frauen, entsenden. Ausser Hüberli/Brunner gehen alle Duos als Aussenseiter an den Start.

GROSSE ABWESENDE. Nicht dabei sind ein Jahr nach dem Gewinn von Olympia-Bronze Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré. Im WM-Bronzespiel vor zweieinhalb Wochen in Rom renkte sich Heidrich die Schulter aus. Wie es mit dem Erfolgsduo weitergeht, ist offen. Heidrich erlitt strukturelle Schäden an der Schulter und weiss immer noch nicht, wie lange sie wirklich ausfallen wird. Vergé-Dépré wird auf der Tour vorerst nicht mit einer anderen Partnerin antreten, weil sie wertvolle Punkte in der Weltrangliste zu verlieren droht.

WM-REVANCHE. Letztes Jahr war es die Olympia-Hauptprobe, dieses Mal die Revanche für die WM in Rom. Die Weltmeister, Anders Mol/Christian Sörum aus Norwegen bei den Männern und Duda/Ana Patricia aus Brasilien bei den Frauen, gehören auch in Gstaad zu den Favoriten auf den Turniersieg. Die dominierenden Mol/Sörum, die in Tokio auch Olympiasieger wurden, haben in Gstaad bereits zweimal (2018 und 2019) gewonnen, Duda setzte sich im Berner Oberland vor einem Jahr (mit Agatha) durch.

AUSNAHMESTATUS. Die höchste Beachvolleyball-Serie wechselt nicht nur regelmässig ihren Namen, sondern auch den Modus und das Ranking-System. Nur eine Konstante gibt es seit der Premiere im Jahr 2000: das Turnier in Gstaad. Die Organisatoren um Direktor Ruedi Kunz haben auch dieses Jahr einen Ausnahmestatus. Gstaad ist der einzige Event der höchsten Kategorie (Elite16) mit weiterhin 32 (statt 16) teilnehmenden Teams pro Geschlecht. Und das Turnier dauert fünf statt nur vier Tage.