Vier Schweizer Medaillen in Paris
Während die Rollstuhl-Leichtathletinnen Catherine Debrunner und Manuela Schär an der WM in Paris die Goldmedaille über 400 Meter gewinnen, holen Weitspringerin Elena Kratter und Sprinter Fabian Blum Silber.
Die Überraschung ist gross bei Fabian Blum. Der 28-jährige Luzerner, der in Paris an seiner zweiten Leichtathletik-WM teilnimmt, kommt nach seinem Lauf über 100 Meter mit einem brei-ten Lachen in die Interviewzone. Er geht davon aus, dass er Bronze gewonnen hat. Als er erfährt, dass er gar die Silbermedaille geholt und den Mexikaner Leonardo Perez um vier Hundertstel auf Rang 3 distanziert hat, wird das Grinsen in seinem Gesicht noch grösser. «Was, ich habe Silber gewonnen? », fragt er ungläubig. «Besser geht es wirklich nicht.» Blum nahm in Dubai 2019 erstmals an Weltmeisterschaften teil. Für seine zweite WM hatte sich der gelernte Elektroinstallateur vorgenommen, in einen Final einzuziehen. Über 400 Meter verpasste er dieses Ziel. Über 100 Meter qualifizierte er sich am Samstagabend aber mit der zweitbesten Zeit seines Vorlaufs. Er habe gewusst, dass etwas drin liegen könnte, wenn er die Leistung aus der Qualifikation wiederholen könnte, meinte Blum. «Dass ich nun gleich Silber gewonnen habe, ist wirklich unglaublich. »
Drei Medaillen am Samstag
Bereits der Samstag war aus Schweizer Sicht ein äusserst erfolgreicher. Tag. Catherine Debrunner (T53) und Manuela Schär (T54) holen in ihrem letzten Auftritt in der französischen Hauptstadt Gold über 400 Meter.
Debrunner, als Paralympics-Siegerin und WM-Titelverteidigerin Favoritin über die Bahnrunde, konnte von ihrer Lieblingsbahn 4 aus gestartet von Beginn an ein hohes Tempo anschlagen.
Die Britin Samantha Kinghorn, die ihr über 100 Meter die Goldmedaille weggeschnappt hatte, konnte Debrunner um über zwei Sekunden distanzieren. In 50,16 gelang der 28-jährigen Thurgauerin ein Weltmeisterschafts-Rekord; ihren Weltrekord vom Mai in Arbon verpasste Debrunner um 31 Hundertstel.
Auch Manuela Schär vergoldete ihren persönlichen WM-Abschluss. In 52,22 liess sie die einstige Dominatorin Tatyana McFadden eine knappe Sekunde hinter sich. Im Vorlauf am Morgen war die 38-jährige Luzernerin noch fünf Hundertstel schneller gewesen und stellte eine Bestmarke für Weltmeisterschaften auf. Schär jagt jedoch schon seit einiger Zeit einer anderen Zeit hinterher, dem Weltrekord von 51,90, den McFadden 2015 in Arbon aufgestellt hat.
Die Überraschung des Samstagabends gelang aus Schweizer Sicht Elena Kratter. Die 27-jährige Schwyzerin hatte sich zwar als Bronzemedaillengewinnerin von Tokio im Weitsprung einen Podestplatz zum Ziel gesetzt. Es wurde aber nicht der erwartete 3. Rang. Kratter sprang gar auf Platz 2. Mit ihrem letzten Versuch auf 4,91 Meter überflügelte sie die Australierin Vanessa Low um einen Zentimeter.
13 Medaillen sammelte die Schweizer Delegation an dieser WM, die am Montag mit Marcel Hugs Rennen über 800 Meter zu Ende gehen wird. Damit hat sich die Schweiz einen weiteren Quotenplatz für die Paralympics 2024 verdient. An dieser WM wurden bereits sechs solche gesichert.
