Die Sprinter überrumpelt
Jubel im Ziel: Kasper Asgreen düpiert in der 18. Etappe der Tour de France die Sprinter und gewinnt. Bild Daniel Cole / Keystone
Sport
von Hans Leuenberger  
21. Juli 2023

Die Sprinter überrumpelt

Es ist ein grosser Sieg, den Kasper Asgreen am Donnerstag feiert. Der Däne siegte in der 18. Etappe der Tour de France auf der Zielgeraden in Bourg-en-Bresse, weil das Feld die Stärke und die Harmonie einer Vierer-Fluchtgruppe unterschätzt hatte und ganz knapp nicht mehr aufschloss. Die Mannschaften der Sprinter verpokerten sich um wenige Meter. So wurde Belgiens Sprint-König Jasper Philipsen, der für den fünften Tagessieg an der diesjährigen Rundfahrt gesetzt zu sein schien, zeitgleich mit Asgreen Vierter. Auch den Niederländer Pascal Eenkhoorn und den Norweger Jonas Abrahamse konnte er nicht mehr abfangen.

Hilfe von Teamkollegen

«Es ist die letzte Woche der Tour, und es ist nicht das erste Mal, dass eine kleine Gruppe es schafft, die Sprinter-teams zu schlagen. Ich habe daran geglaubt », sagte der Gewinner der Flandern- Rundfahrt 2021 zum ersten Etappensieg an der Tour.

Asgreen wurde dabei tatkräftig von seinen Teamkollegen von Soudal-Quick Step unterstützt, die alles daransetzten, die Verfolgung zu stören, indem sie sich immer wieder zwischen die Sprinterteams im Feld einreihten. Der Däne belohnte mit dem Sieg seine Mannschaft, die bei dieser Tour bis dahin leer ausgegangen war.

Philipsen kann Verpasstes bereits am Freitag nachholen. Die 19. Etappe mit einem Auf und Ab durch den Jura endet auf einer 8 km langen Geraden in Poligny. Die Sprinter-Mannschaften dürften sich nicht ein zweites Mal erwischen lassen. Andererseits hoffen die Ausreisser auf ihre letzte Chance. Denn am Samstag steht noch eine anspruchsvolle Gebirgsetappe in den Vogesen an, einen Tag später endet die Frankreich-Rundfahrt in Paris.

Ruhiger Tag für Vingegaard

An der Spitze der Gesamtwertung änderte sich wie erwartet nichts. Der dänische Titelverteidiger Vingegaard liegt nach den starken Leistungen in den Alpen weiter 7:35 Minuten vor seinem Rivalen Tadej Pogacar. Der Tour-Sieg ist dem 26-Jährigen bei drei verbleibenden Etappen bis Paris wohl nur bei einem Sturz noch wegzunehmen.

Vingegaards Teamkollege Wout van Aert wäre am Donnerstag auch ein aussichtsreicher Kandidat für den Tagessieg gewesen. Allerdings ging der Belgier gar nicht erst an den Start. Der Grund: Seine Frau Sarah erwartet das zweite Kind.

Es sind erfolgreiche Radsport-Tage für Dänemark. Nach dem K.-o.-Schlag von Jonas Vingegaard in den Alpen gegen Tadej Pogacar gewinnt Kasper Asgreen in der Flachetappe vom Donnerstag den Sprint.