Eine WM mit ein paar Fragezeichen
Sport
von Gilles Mauron  
21. Juli 2023

Eine WM mit ein paar Fragezeichen

«Ich hoffe, ich bin bereit», sagt Antonio Djakovic vorsichtig vor der Abreise der Schweizer Schwimm-Delegation an die WM nach Japan, die am Wochenende beginnt. Der 20-Jährige, zweifach EM-Medaillengewinner im vergangenen Sommer, hatte sich im Spätwinter einen Nerv im Nacken blockiert und musste die Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften im März absagen. «Nach den Schweizer Meisterschaften hatte ich noch zwei komplizierte Wochen, aber seither hatte ich keine Probleme mehr», gibt Djakovic Entwarnung.

Trainingskilometer aufgeholt

Dennoch: Erst ab Anfang April konnte er wieder «normal schwimmen, aber dann brauchte ich sehr lange, um wieder zurückzukommen, weil ich so viele Kilometer aufzuholen hatte», so Djakovic. Dieses Unterfangen gelang ihm bis WM-Beginn recht gut. Nun konstatiert er: «Ich bin gesund und fühle mich sehr gut. Ich werde mein Bestes geben, und dann werden wir sehen, was passiert.» Der Crawl-Spezialist liegt derzeit mit seinen besten Zeiten, die er alle bei einem Meeting Ende Juni in Rom erzielte, jenseits der Top70 der Weltrangliste. Er blieb über 200 m rund drei und über 400m rund sechs Sekunden über seinen Leistungen von der EM vor einem Jahr in Rom.

Trotz dieser grossen Differenz auf seinen Parade-Distanzen erklärt der Thurgauer: «Aufgrund der besonderen Umstände bin ich mit den Zeiten zufrieden. » Seine Zufriedenheit schöpft Djakovic auch aus seiner Zeit über 800 m. Er verbesserte nicht nur seine persönliche Bestmarke über diese Distanz, sondern auch den Schweizer Rekord – der Beweis, dass seine Ausdauer vorhanden ist.

Olympia im Hinterkopf

Kann die WM mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris sein? «Meine Saison verlief bisher nicht nach Plan. Aber die WM wird eine grossartige Erfahrung im Hinblick auf die Spiele sein. Ich hoffe schon jetzt, dass die nächste eine sehr schöne und schnelle Saison für mich wird», so Djakovic, der sich für Fukuoka zumindest eine Finalteilnahme über 200 oder 400 m Crawl zum Ziel gesetzt hat. Selbst wenn ihm das nicht gelingen sollte, so findet er «das Wichtigste, dass ich gesund bin und normal trainieren kann». Mit der Staffel über 4x200m Crawl (zusammen mit Roman Mityukov, Noè Ponti und Nils Liess) will sich Djakovic an der WM in Japan einen Quotenplatz für die Spiele in Paris ergattern.

Nach einer schwierigen Saison hofft Antonio Djakovic, zweifacher EM-Medaillengewinner, an der Schwimm-WM zu überzeugen.