Region
von Urs Schnider  
21. Juli 2023

Schweinestall in Rufi stillgelegt

Die Schliessung eines Schweinestalls in Rufi in der Gemeinde Schänis geschah mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die ganze Geschichte wirft kein gutes Licht auf sie. An die Öffentlichkeit kommt die Schliessung jetzt, weil beim Untersuchungsamt Uznach ein Strafbefehl aufgetaucht ist, der mit der Sache zu tun hat.

Die Gemeinde Schänis hat – aus Sicht von Anwohnern des Stalls und dem Kanton – jahrelang zu wenig gemacht gegen den Gestank. Bis der Kanton intervenierte. Nun zeigt der erwähnte Strafbefehl vom 28.Juni: Der Stall wurde geschlossen, beziehungsweise, es wurde eine Sanierungsverfügung ausgesprochen, was faktisch der Schliessung gleichkommt.

Jahrelanges Hin und Her

Bereits 2009 gab es erste Beschwerden gegen die Emissionen. Es gab ein Hin und Her, auf Gutachten folgten bauliche Massnahmen und wieder Beschwerden und neue Gutachten. Sage und Schreibe 55 Einträge sind bei der Gemeinde festgehalten. Diese reichen von Sitzungen in der Sache, zu Augenscheinen vor Ort, aber auch Verfügungen, Beschwerden und Stellungnahmen. Nach mehreren Massnahmen sei-tens Gemeinde führte das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau Mitte Juni 2014 eine Messung durch. Der Gemeinderat kam zum Schluss, dass die Stallluft nur noch eine geringe Geruchsbelastung aufweise. Das verleitete die Behörden zum Beschluss, dass nun der Stallbetreiber den Nachweis erbracht habe, dass Grenzwerte eingehalten sei-en. Trotzdem ging es weiter mit den Klagen über den Gestank. Mitte Juni 2021, also zwölf Jahre nach den ersten Reklamationen, reichte ein Anwohner eine Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen die Gemeinde Schänis ein. Der Kanton hiess die Beschwerde gut und rügte die Gemeinde scharf.

Auch wenn es derzeit ruhig ist – oder besser: geruchsneutral – in Schänis, könnte die Geschichte dereinst wieder auf den Radar kommen. Der Schweinemäster kann nämlich jederzeit ein Baugesuch einreichen und aufzeigen, wie er den Stall sanieren will, damit keine Geruchsemissionen mehr entstehen. Das würde jedoch eine Stange Geld kosten, da er unter anderem einen Biofilter einbauen müsste.

Die Anwohner eines Schweinestalls in Rufi können aufatmen – und die Fenster wieder öffnen.