Auditor fordert in Meilen ZH Freiheitsstrafe für Ukraine-Söldner
Der Auditor hat am Donnerstag für einen mutmasslichen Ukraine-Söldner in Meilen ZH eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten gefordert. Die Verteidigerin plädierte auf Freispruch.
«Er kann nicht selber entscheiden, einen solchen Dienst zu leisten», sagte der Auditor in seinem Plädoyer. In der Schweiz würden diese Handlungen bestraft, auch wenn sie aus humanitären Gründen erfolgen. Die Berichte und seine Aussagen zeigten, dass der 49-Jährige an der Front war. Aufgrund der Vorstrafen und um ihn von weiteren Einsätzen abzuhalten, forderte der Auditor eine unbedingte Freiheitsstrafe.
Die Verteidigerin sprach sich hingegen für einen Freispruch aus. «Es gibt keine Beweise dafür, dass er an Kampfhandlungen beteiligt oder an der Front war», sagte sie. Die Anklage beruhe nur auf Medienberichten, objektive Beweise fehlten. Seine Aussagen seien zweifelhaft. «Selbst die Mutter glaubt ihm kaum etwas», sagte die Verteidigerin. Die Mutter hatte angegeben, sie streiche 80 Prozent, von dem was er erzähle.
Knapper Kontakt zur Mutter
Die Mutter des Beschuldigten wurde zuvor als Zeugin befragt. Sie zeichnete das Bild eines schwierigen Menschen. Eine Diagnose habe es nie gegeben, aber dass etwas nicht mit ihm stimme, «da brauche ich keinen Arzt, um das zu wissen». Die Ärzte hätten mal von Schizophrenie, dann von gespaltener Persönlichkeit gesprochen.
Eine Schule habe der 49-Jährige nicht abgeschlossen, eine Ausbildung auch nicht. Selbst die Rekrutenschule habe er zwei Wochen vor dem Ende aufgegeben. Waffen habe er aber immer gemocht. Sie glaube nur wenig, was er erzähle, «er hat immer geschwindelt».
Seit sieben Jahren halte er sich in Israel auf, wo er auch einen Sohn hat. «Er ruft mich zweimal im Monat kurz an, um zu sagen, dass alles in Ordnung ist», sagte die Mutter. Noch am Vorabend des Prozesses habe er sich gemeldet. Als er definitiv nach Israel ging, habe ihr Sohn ihr Konto geleert. Eine Anzeige zog sie aber wieder zurück, sie habe damit abschliessen wollen.
Das Militärgericht will voraussichtlich gegen 15 Uhr über eine Urteilseröffnung informieren.
