Marco Odermatt nach seinem fünften Streich am Chuenisbärgli
Sport
January 10, 2026

Marco Odermatt nach seinem fünften Streich am Chuenisbärgli

Marco Odermatt spricht nach seinem fünften Sieg in Adelboden über die Einmaligkeit des Chuenisbärgli und sein Flair für schwierige Bedingungen.

Marco Odermatt, man sieht es Ihnen an: In Adelboden zu gewinnen, ist immer wieder schön.

«Definitiv. Das zu erleben ist jedes Jahr ein Highlight. Diese Stimmung, diese Emotionen, das gibt es nur einmal im Jahr. Da kommen keine Olympischen Spiele, kein Wengen, heran. Hier als Letzter im Ziel abzuschwingen und zu gewinnen, ist das Grösste. Ich hoffe, nächstes Jahr gelingt es wieder, nicht wegen der Serie, sondern weil es einfach das Grösste ist.»

Jeder Sieg hat seine eigene Geschichte. Was ist die Geschichte von diesem? Sind es die komplizierten Bedingungen?

«Die Bedingungen waren sicher speziell. Und gleichermassen muss man sagen: Die Piste war sensationell, so gleichmässig wie selten. Ein grosses Kompliment an die Pisten-Crew! So war es richtig cool zu fahren. Die Sicht war schwierig, aber wenn du weisst, dass die Unterlage konstant ist, kannst du trotzdem angreifen, auch mit der letzten Nummer.»

Einmal mehr haben Sie bewiesen, dass Ihnen schwierige Bedingungen liegen.

«Skifahren ist ein Wintersport. Wenn es schon mal schneit und Winter ist, geniesse ich das und sehe es als Challenge. Und wenn es dann noch ein bisschen schwieriger ist, liegt mir das. Ich hatte im zweiten Lauf meinen Plan, versuchte diesen umzusetzen, und das gelang bis auf die ersten drei Tore ganz gut. Wobei die anderen Fahrer auf den vordersten Plätzen etwa gleich schnell waren.»

Während dem zweiten Lauf nahm der Schneefall noch zu.

«Das fiel mir nach dem etwa zehnten Fahrer auch auf. Froh bin ich nicht darüber, aber das blendest du als Athlet aus. Ab einem gewissen Zeitpunkt konzentrierst du dich auf dich und schaust nicht mehr, was das Wetter macht.»

Es heisst, die Bedingungen für dieses Rennen waren so schwierig wie lange nicht mehr im Weltcup. War es auch aus Sicht der Pistenverhältnisse so etwas wie ein Nachhausekommen?

«Das kann man so sehen,. Man hat es heute wieder gesehen: Wenn in der Woche vor dem Rennen eine gute Grundlage geschaffen wird, kann am Renntag eigentlich nichts passieren. Dann kann es regnen, warm sein, winden oder schneien, und man hat doch noch ein gutes, faires Rennen. Ich finde, das muss der Anspruch und die Voraussetzung im Weltcup sein. Hätten wir die Präparation der vorangegangenen Rennen und diesen Wetterumbruch gehabt, hätten wir vermutlich heute kein Rennen gehabt.»

Nach dem Sieg haben Sie Ihren Servicemann Chris Lödler herzlich umarmt. Auch er scheint die richtige Formel gefunden zu haben.

«Das Setup hat heute wieder einmal richtig gut gepasst. So kannst du angreifen und genau das machen, was du willst. Die Leistung, die ich seit Jahren bringe, bringt er auch.»