Pro Senectute wehrt sich gegen SRG-Initiative
Die Stiftung Pro Senectute hat sich gegen die SRG-Initiative ausgesprochen. «Für viele ältere Menschen garantiert das SRF die Grundversorgung mit Nachrichten und ermöglicht eine gesellschaftliche Teilhabe», sagte Stiftungsratspräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf.
Ein qualitatives Programm für vier Sprachregionen wäre laut Widmer-Schlumpf bei einer Annahme der Halbierungsinitiative nicht mehr möglich. «Auch die Berichterstattung aus den Regionen würde deutlich abnehmen», sagte die Präsidentin von Pro Senectute Schweiz und Alt-Bundesrätin am Mittwoch in einem Interview mit CH Media.
Regionale Inhalte seien für Seniorinnen und Senioren besonders wichtig. «Besonders ältere Personen, insbesondere Hochaltrige, die nicht mehr sehr mobil sind, nutzen Radio und Fernsehen intensiver, die Sendungen haben eine wichtigere Bedeutung in ihrer Lebenssituation», so Widmer-Schlumpf.
Menschen über 85 Jahre seltener online
Laut einer Untersuchung von Pro Senectute von letztem Jahr hat sich die Altersgrenze von Menschen, die offline sind, ins hohe Alter verschoben. Neun von zehn Menschen über 65 Jahren sind demnach online. Menschen über 85 Jahren jedoch seltener.
«Natürlich haben viele ältere Menschen Zugang zu elektronischen Medien», sagte Widmer-Schlumpf darauf angesprochen. «Trotzdem zeigt sich: Regionale Inhalte, regionale Kultur- und Informationssendungen sind für sie besonders wichtig.» Zudem ermöglichten die SRG-Sender der älteren Generation einen Zugang zu jüngeren Generationen und deren Problemen.
Auch die Jungen bräuchten das Angebot, sagte sie und fügte an: «Gerade heute, in Zeiten von Fake News und ausländischer Beeinflussung.» Es sei daher klar: Ein «Service public», der alle erreicht, sei keine Selbstverständlichkeit – sondern ein Wert, den es zu schützen gelte, schrieb Pro Senecute am selben Tag in einer Medienmitteilung.
Sparpotenzial soll genutzt werden
Auch bei einer Ablehnung der Initiative müsse die SRG ihr Sparpotential nutzen, sagte Widmer-Schlumpf. «Aber damit hat Generaldirektorin Susanne Wille ja bereits begonnen.» Bis 2029 rechnet die SRG mit Einsparungen von rund 270 Millionen Franken. Dies entspricht rund 17 Prozent des heutigen Finanzrahmens. Die SRG geht in diesem Zusammenhang von einem Abbau von rund 900 Vollzeitstellen über alle Regionen hinweg bis 2029 aus.
Volk und Stände stimmen am 8. März über die Volksinitiative «200 Franken sind genug» ab. Das Volksbegehren verlangt die Senkung der Radio- und Fernsehgebühren von 335 auf 200 Franken sowie die vollständige Abschaffung der Unternehmensabgabe.
