Polizei schliesst Delikt nach Brand in Zürcher Altstadt nicht aus
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January 26, 2026

Polizei schliesst Delikt nach Brand in Zürcher Altstadt nicht aus

Nach dem Grossbrand in der Nacht auf Montag in einem historischen Gebäude in der Zürcher Altstadt schliesst die Polizei ein Delikt nicht aus. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Die Freimaurer-Loge im Untergeschoss blieb vom Feuer unversehrt, es entstand Wasserschaden.

Der Alarm ging bei der Einsatzzentrale von Schutz und Rettung Zürich nach 1 Uhr ein. Als die Einsatzkräfte kurz darauf vor Ort eintrafen, stand der Dachstock in Vollbrand, wie Jan Bauke, Pikettoffizier von Schutz und Rettung Zürich, am Montagmorgen vor Ort zu einem Fotografen von Keystone-SDA sagte.

Beim Grossbrand bestand die Gefahr, dass das Feuer auf andere Gebäude übergreifen könnte. Doch dies sei erfolgreich verhindert worden, sagte Bauke. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten erwiesen sich als arbeitsintensiv und dauerten bis in den Nachmittag.

Das Gebäude ist nach dem Brand einsturzgefährdet, weshalb die Einsatzkräfte das Gebäude rund eine Stunde nach Brandausbruch nicht mehr betraten. Gleiches galt für die Brandermittler. Bis die Brandermittler rein könnten, seien die Spuren höchstwahrscheinlich verbrannt, so Bauke.

Einbruch in ein Nebengebäude

Zur möglichen Brandursache konnten die Behörden noch keine Angaben machen. Die Freimaurer-Loge war vom Feuer verschont geblieben, es entstand laut Bauke durch die Löscharbeiten jedoch Wasserschaden. Bei einem Einsturz wäre aber vermutlich auch die Freimaurer-Loge betroffen.

Zürcher Freimaurer äusserten gegenüber Medien den Verdacht auf Brandstiftung und berichteten von einem möglichen Einbruch in das Gebäude. Dazu sagte ein Sprecher der Stadtpolizei Zürich auf Anfrage von Keystone-SDA: «Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, ein Delikt kann aber nicht ausgeschlossen werden».

Anlässlich der Tatbestandsaufnahme zum Brand sei ein Einbruch in ein Nebengebäude angezeigt worden, schrieb die Stadtpolizei Zürich in einer Medienmitteilung. Ob dieser Einbruch mit dem Brand einen Zusammenhang habe, werde ebenfalls untersucht.

Kunstwerke vermutlich alle verbrannt

Laut dem Pikettoffizier hingen im Erdgeschoss Kunstwerke, die «vermutlich alle verbrannt sind». Der durch den Brand entstandene Sachschaden beträgt laut Stadtpolizei mehrere hunderttausend Franken. Verletzt wurde niemand. Die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gebäude konnten sich mehrheitlich selbst in Sicherheit bringen.

Beim betroffenen Gebäude handelt es sich um das «Modestia cum Libertate». Es dient als Freimaurerzentrum. Die «Modestia cum Libertate» ist die älteste und mit mehr als 120 Mitgliedern die grösste Zürcher Loge. Vor fünf Jahren feierte sie das 250-jährige Bestehen. Frauen sind nicht zugelassen.

Die Freimaurerei ist eine brüderliche Gemeinschaft. Diese versammelt sich regelmässig und führt auch Zeremonien durch. Über die Vorgänge innerhalb der Versammlungen besteht Verschwiegenheitspflicht. Auch wer der Loge angehört, ist geheim.