Was machen die Schweizer Medaillengewinner von 2022 heute?
Sport
January 27, 2026

Was machen die Schweizer Medaillengewinner von 2022 heute?

Elf verschiedene Schweizer Sportlerinnen und Sportler gewannen vor vier Jahren in Peking insgesamt 15 Medaillen. Drei werden diesmal sicher nicht dabei sein.

Sieben Mal Gold, zweimal Silber und sechs Mal Bronze lautete die hervorragende Ausbeute der Olympischen Spiele 2022 in Peking. So geht es den Medaillengewinnern von damals heute.

Beat Feuz (Gold in der Abfahrt)

Auf der von Bernhard Russi konzipierten Piste «Rock» in Yanqing gewinnt Beat Feuz den letzten grossen Titel, der in seinem Palmarès noch fehlte: Olympia-Gold in der Abfahrt. Es ist die erste Schweizer Medaille bei den Spielen in China. Knapp ein Jahr später tritt Feuz kurz vor seinem 36. Geburtstag vom Spitzensport zurück. Damit ist auch klar, dass es in Bormio einen neuen Abfahrts-Olympiasieger geben wird. Der Berner wird dennoch dabei sein: als TV-Experte von SRF.

Lara Gut-Behrami (Gold im Super-G, Bronze im Riesenslalom)

Auch Lara Gut-Behrami, die in China ihre Olympia-Medaillen zwei und drei – und die erste goldene – gewann, wird in ihrer zweiten Heimat Italien fehlen. Die 34-jährige Tessinerin zog sich im November im Training einen Kreuzbandriss zu und fehlt im Schweizer Speed-Team schmerzlich.

Marco Odermatt (Gold im Riesenslalom)

Die Fahrt am 13. Februar 2022 ist unvergessen. Im Schneetreiben von Yanqing hält der Überflieger Marco Odermatt dem riesigen Druck stand und gewinnt im Alter von 24 Jahren im Riesenslalom seinen ersten grossen Titel. Mit dreimal WM-Gold und vier Gesamtweltcup-Siegen in der Tasche, ist der Nidwaldner in Bormio in drei Disziplinen der Topfavorit.

Mathilde Gremaud (Gold im Slopestyle, Bronze im Big Air)

Die Freestyle-Skifahrerin Mathilde Gremaud komplettierte in China ihre olympische Medaillensammlung. Nach Silber 2018 gewann sie Gold im Slopestyle – vor dem chinesischen Superstar Eileen Gu – und Bronze im Big Air. Die 25-jährige führt die Weltcupwertung im Slopestyle an und gehört in Livigno erneut zu den Medaillenkandidatinnen.

Corinne Suter (Gold in der Abfahrt)

Corinne Suter ist eine Spezialistin für Grossanlässe. Ein Jahr nach dem WM-Titel in Cortina d’Ampezzo gewann sie in der Abfahrt auch Olympia-Gold. Nun kehrt sie an den Ort ihres ersten grossen Erfolgs zurück – unter schwierigen Umständen. Bei einem Trainingssturz im Dezember in St. Moritz zog sich die 31-jährige Schwyzerin einen Muskelfaserriss im linken Unterschenkel zu. Der Formaufbau für die Spiele in Italien wird zum Rennen gegen die Zeit.

Michelle Gisin (Gold in der Kombination, Bronze im Super-G)

Auch Michelle Gisin wurde ein Opfer des Verletzungspechs im Schweizer Team. Die 32-jährige Obwaldnerin musste ihre Saison nach Verletzungen am Halswirbel, am Knie und an der Hand beenden. Nach einer schwierigen letzten Saison wäre die Olympia-Qualifikation so oder so eine Herausforderung gewesen.

Ryan Regez (Gold im Skicross)

Olympiasieger, Weltmeister, Gesamtweltcup-Sieger: Ryan Regez hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. In dieser Saison tat sich der 32-jährige Berner Oberländer bislang eher schwer, ein 8. Platz kurz vor Weihnachten in Innichen ist das beste Resultat.

Wendy Holdener (Silber im Slalom, Bronze in der Kombination)

Wendy Holdener ist eine absolute Medaillengarantin bei Grossanlässen. Die 32-jährige Schwyzerin hat bereits fünf Olympia- und neun WM-Medaillen gewonnen. Im Slalom gehört sie noch immer zur Weltspitze, die Kombination ist jedoch nicht mehr Teil des Programms. Dafür eine Team-Kombination, und im Team ist Holdener oft besonders stark.

Alex Fiva (Silber im Skicross)

Alex Fiva war bereits vor vier Jahren der älteste Schweizer Medaillengewinner – und der Bündner, der am 29. Januar seinen 40. Geburtstag feiert, will es noch einmal wissen. Zuletzt kam der Weltmeister von 2021 immer besser in Form und stand in Innichen als Zweiter erstmals in diesem Winter auf dem Podest.

Jan Scherrer (Bronze in der Halfpipe)

Der Snowboarder Jan Scherrer war in Peking der einzige Schweizer, der seine Medaille nicht auf Ski gewann. In den Folgejahren wurde er von seinem Körper, der zuvor in seiner ganzen Karriere fast unversehrt geblieben war, immer wieder ausgebremst. Knüppeldick kam es ab dem Winter 2023/24, als ihn zunächst eine Magen-Darm-Grippe ausser Gefecht setzte, dann ein Bruch des Fersenbeins und schliesslich eine komplizierte Verletzung an den Rippen. Ziemlich genau zwei Jahre lang bestritt der 31-jährige Toggenburger keine Wettkämpfe mehr, ehe er auf diese Saison sein Comeback geben konnte. Einfach verlief dieses nicht, dank einem 15. Platz Anfang Januar in Lake Placid ist aber realistisch, dass er in Livigno erneut abheben kann. Eine Medaille wäre indes eine grosse Überraschung.

Fanny Smith (Bronze im Skicross)

Am längsten auf ihre Medaille warten musste Fanny Smith. Nach einer umstrittenen Disqualifikation wurde ihr 3. Platz erst zehn Monate nach den Spielen von Peking bestätigt. Auch in dieser Saison gehört die zweifache Olympia-Bronze-Gewinnerin und zweimalige Weltmeisterin zu den heissesten Schweizer Eisen. In den ersten sechs Weltcuprennen stand die 33-jährige Waadtländerin viermal auf dem Podest.