Venedig gedachte des Brandes im Fenice-Theater vor 30 Jahren
News
January 29, 2026

Venedig gedachte des Brandes im Fenice-Theater vor 30 Jahren

Vor 30 Jahren brach im traditionsreichen Teatro La Fenice in Venedig ein verheerender Brand aus. Das Feuer, gelegt von zwei Elektrikern, zerstörte das fast 200 Jahre alte Opernhaus bis auf die Grundmauern. Am Donnerstag gedachte die Stadt des katastrophalen Brandes.

Die Feuerwehr von Venedig veröffentlichte am Donnerstag ein Video, das den historischen Einsatz zur Löschung des Brandes anhand der Berichte der beiden Einsatzleiter David Andrea und Riccardo Bonesso nachzeichnet. Sie gehörten zu den ersten Kräften, die in der Anfangsphase des Feuers am Teatro La Fenice vor Ort waren.

Auch der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, erinnerte mit einem in den sozialen Netzwerken veröffentlichten Video an das Ereignis. «Dank der aussergewöhnlichen Arbeit der Feuerwehr und des Engagements einer ganzen Gemeinschaft, ist das Theater wieder zum Leben erwacht und heute mehr denn je ein Ort der Kultur und Schönheit. Der aus ihrer Asche wiedergeborene Fenice ist das Sinnbild eines Venedigs, das nicht aufgibt und durch Musik und Kunst weiterhin zur Welt spricht», erklärte Brugnaro.

Rauch, Flammen, Explosionen und einstürzende Bauteile rissen die Einwohner Venedigs in der Nacht des 29. Januar 1996 aus dem Schlaf. Die Decke des Theaters stürzte ein, Flammen schlugen meterhoch in den Nachthimmel. Am Ende überdauerten nur noch die Fassade und Teile der Aussenmauern. Von der prachtvollen Ausstattung blieb ein Aschehaufen. Die Löscharbeiten wurden zusätzlich dadurch erschwert, dass die angrenzenden Kanäle damals kein Wasser führten. Löschwasser musste aus dem weiter entfernten Canal Grande gepumpt werden.

Helikoptereinsatz notwendig

Ein Helikopter aus Mestre pendelte stundenlang zwischen Wasserentnahmestelle und Brandort, während die Einsatzkräfte zwischen den rauchenden Trümmern arbeiteten. Theaterintendant Gianfranco Pontel und der damalige Bürgermeister Massimo Cacciari entschieden, dass das Fenice an Ort und Stelle wieder aufgebaut werden solle.

Zunächst gingen die Justizbehörden von einem Kurzschluss als Brandursache aus. Erst nach einigen Tagen erhärtete sich der Verdacht der Brandstiftung. Eineinhalb Jahre nach dem Grossfeuer wurden 1997 zwei Elektriker, die mit ihrer Firma an Renovierungsarbeiten beteiligt waren, festgenommen. Die Arbeiten hatten sich erheblich verzögert, und nach Erkenntnissen der Ermittler legten die Elektriker das Feuer, um der Zahlung einer hohen Konventionalstrafe zu entgehen.

Täter wurden verurteilt

Das Oberste Gericht in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, bestätigte nach mehreren Prozessen die Haftstrafen gegen die beiden Täter. Enrico Carella, Inhaber der Elektrofirma, wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, sein Cousin Massimiliano Marchetti zu sechs Jahren.

Der Wiederaufbau des Theaters verlief schwierig und war von Verzögerungen begleitet. Am 14. Dezember 2003 stand schliesslich Dirigent Riccardo Muti auf der Bühne des «neuen» Opernhauses.

Der Brand warf grundsätzliche Fragen zur Sicherheit in der Lagunenstadt auf. In der Folge wurden strenge Massnahmen zur Brandprävention ergriffen. Für besonders gefährdete Einrichtungen wie Hotels, Museen und Kirchen wurden Wasserreserven angelegt; viele Gebäude verfügen heute über autonome Löschanlagen.