Caritas fordert bessere Bekämpfung von Armut in der Schweiz
Das Hilfswerk Caritas fordert von der Politik eine bessere Armutsbekämpfung. Anlässlich des 125-Jahre-Jubiläums von Caritas Schweiz beleuchtet eine Fachtagung die Armut hierzulande und sucht Lösungen für eine gerechtere Gesellschaft - eine Schweiz ohne Armut.
Sparzwänge und sozialpolitische Grabenkämpfe dominierten heute auf Kosten der Armen, hiess es zur sozialpolitischen Jahrestagung von Caritas Schweiz am Freitag. Doch die Anzahl der Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen nehme seit Jahren zu.
Die Armutsgrenze orientiere sich an einem sehr tiefen Existenzminimum, das soziale Teilhabe nicht garantiere, so Caritas weiter. Familien gerieten durch stetig steigende Wohnkosten und Krankenkassenprämien immer stärker ans Limit, und viele Kinder seien von Armut betroffen.
«Und trotz alledem: Eine konsequente Armutspolitik fristet in der Schweiz nach wie vor ein Schattendasein -der armutspolitische Ist-Zustand ist unhaltbar», so das Fazit von Caritas.
Bundesrätin an Fachtagung
An der Fachtagung in Bern zum Thema «Armut hier und heute: Wo steht die soziale Schweiz?» nehmen auch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und der Walliser Staatsraat Mathias Reynard, Präsident der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren, teil.
Caritas Schweiz setzt sich seit Jahrzehnten für eine konsequente Armutsbekämpfung ein, in Projekten und in der Einflussnahme auf die Politik. Laut dem Hilfswerk würden viele Rezepte zur Verringerung der Armut seit langem diskutiert, «sie liegen auf dem Tisch und sind in den Grundzügen breit akzeptiert, werden aber trotzdem nicht oder nur halbherzig umgesetzt».
Für Frieden und Solidarität
Zum 125-Jahre-Jubiläum hat das Hilfswerk einen Sozialalmanach veröffentlicht. Im Caritas-Jahrbuch liegt ein Schwerpunkt auf verschiedenen Perspektiven auf Armut in der Schweiz. Es äussern sich Aktive in Politik, Forschung und Zivilgesellschaft. Das Buch liefert Trends, Analysen und Zahlen.
Die Vision von Caritas sei eine Welt geprägt von Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden, heisst es. In dieser Welt würden alle Menschen faire Lebensbedingungen vorfinden, und sie könnten ihr Potenzial selbstbestimmt entfalten. Und weiter: «Diese Werte, die unsere Arbeit anleiten, sind in den Menschenrechten verankert, aber auch in der katholischen Soziallehre, die ein wichtiger Ausgangspunkt für die Gründung der Caritas vor 125 Jahren war».
