Basel und die wohl letzte Chance
Sport
January 31, 2026

Basel und die wohl letzte Chance

Der FC Basel trifft im Spitzenspiel der 22. Super-League-Runde auf Leader Thun. Der Meister muss gegen den Aufsteiger gewinnen, will er weiterhin Chancen auf die Titelverteidigung haben.

17 Runden sind in der Super League noch zu spielen, was beinahe dem halben Pensum der Meisterschaft entspricht. Entschieden ist also noch längst nichts. Und doch muten die zehn Punkte Rückstand, die der FC Basel auf den Leader Thun hat, als grosse Hypothek an. Zumal der Meister gerade einen Trainerwechsel hinter sich hat und aus der Europa League ausgeschieden ist.

Thun marschiert unaufhörlich weiter

Auf der anderen Seite macht Thun einen erstaunlich stabilen Eindruck und im neuen Jahr da weiter, wo der Aufsteiger im so erfolgreichen vergangenen Jahr aufgehört hat. Wer darauf spekulierte, dass bei den Berner Oberländern in der Winterpause beim Blick auf die Tabelle das Kopfkino angeht und dieses die Beine lähmt, ist eines Besseren belehrt worden. Souveräne Siege gegen die Grasshoppers und die Young Boys sprechen Bände.

Das erste Duell zwischen dem FCB und Thun entschied Mitte September der Favorit aus Basel für sich. Nun muss das Team des neuen Trainers Stephan Lichtsteiner am Sonntag auch im St. Jakob-Park gewinnen, um den Rückstand auf sieben Punkte zu verkürzen. Bei einer Niederlage – es wäre die erste in der Liga seit Anfang November – und dann 13 Punkten Rückstand auf den Leader müsste der Meister seine Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung wohl begraben.

St. Gallen bei Angstgegner Luzern

Der FC Thun ist jedoch nicht der einzige Klub, der den Bebbi den Titel streitig machen will. Zwischen dem Leader und dem Viertplatzierten FCB sind mit Lugano und St. Gallen zwei Teams klassiert, die ebenfalls Ambitionen auf die Meisterschaft hegen.

Die Ostschweizer mussten am letzten Wochenende eine schmerzhafte Heimniederlage gegen Servette einstecken, haben nur einen Punkt mehr auf dem Konto als Basel, aber noch ein Nachholspiel gegen Schlusslicht Winterthur in der Hinterhand. Die Tessiner marschieren derweil nach schlechtem Saisonstart unaufhaltsam und gewannen die letzten fünf Spiele.

Beide haben lösbare Aufgaben vor der Brust: Lugano trifft am Samstagabend auswärts auf den Tabellenvorletzten Grasshoppers, St. Gallen reist am Sonntag zum ebenfalls abstiegsbedrohten FC Luzern. Ein Blick zurück zeigt jedoch, dass vor allem die Ostschweizer gefordert sein dürften: St. Gallen wartet seit zweieinhalb Jahren auf einen Vollerfolg gegen Luzern, der letzte Sieg in der Innerschweiz datiert gar vom Dezember 2019. Es wäre ein guter Zeitpunkt für Trainer Enrico Maassen, zum ersten Mal gegen Mario Frick zu gewinnen.