Auf der Schützenwiese wurde wieder einmal gejubelt
Lange mussten die Fans warten, nun darf beim Schlusslicht wieder gefeiert werden. Der FC Winterthur ringt ein spielerisch überlegenes Lausanne-Sport mit 2:1 nieder und verkürzt den Rückstand auf GC.
Es ist ein Gefühl, das sie auf der Winterthurer Schützenwiese schon lange nicht mehr spüren konnten. Doch als sich die Anhänger des FCW am Samstagabend zwischen Bratwurst, Raclette und Waffeln noch ein Bier gönnten, konnten sie tatsächlich wieder einmal über einen Sieg ihrer Mannschaft fachsimpeln.
Das 2:1 gegen Lausanne-Sport kam nicht zustande, weil die Winterthurer den Gästen aus dem Waadtland spielerisch überlegen gewesen wären. Vielmehr waren es eigentlich lange Zeit die Lausanner, die mehr Spielanteile besassen und sich immer wieder vielversprechende Chancen herausspielen konnten. Doch mit Ausnahme von Florent Mollet, der in der 55. Minute mit einem prächtigen Weitschusstor das 1:1 erzielte, sollte sich an diesem Abend kein Spieler von Peter Zeidler in die Torschützen einreihen.
Winterthur sei mental besser gewesen, konstatierte der Lausanner Coach gegenüber Blue Sport. Damit meint der Deutsche, dass das Heimteam sich trotz Überlegenheit des Gegners nicht aus der Ruhe habe bringen lassen und seine Chancen dann genutzt habe, wenn sie sich eröffnet hätten.
Wie beim 1:0 durch Alexandre Jankewitz, der im Gewühl die Übersicht behielt und Winterthur bereits nach vier Minuten in Führung schoss. Das frühe Gegentor liess Zeidler in seiner Analyse zweimal betonen, dass sein Team die Partie praktisch mit 0:1 gestartet habe. Und diese Mentalität des Aussenseiters war für Zeidler auch in der spielentscheidenden Szene ersichtlich, als Théo Golliard in der 74. Minute einen in hohem Bogen in den Strafraum fliegenden Ball gut verarbeitete und zum zweiten Mal für die Winterthurer einnetzte. «Kompliment an Winterthur. Sie haben sich den Sieg verdient, aber wir können nicht zufrieden sein», sagte Zeidler, dessen Team den möglichen Sprung in die Top-6 verpasst hat.
Rahmens Kniff
Bei seinem Antipoden Patrick Rahmen war die Gefühlslage wenig überraschend eine andere. Erst zum zweiten Mal, seit er Ende Oktober seine zweite Amtszeit auf der Schützenwiese angetreten hat, konnte der Basler nach einem Heimspiel am Spielfeldrand über einen Sieg seines Teams parlieren. «Darauf haben wir hingearbeitet», meinte Rahmen und verriet, dass der Coup gegen die favorisierten Lausanner vielleicht auch durch einen taktischen Kniff seinerseits begünstigt wurde. Rahmen nominierte nämlich nicht wie üblich vier Verteidiger, sondern stellte seine Mannschaft mit einer defensiven Dreierkette auf.
«Wir haben auch zuletzt nicht schlechte Leistungen gezeigt, aber es hat mir sehr gefallen, wie die Spieler den Plan umgesetzt haben.» Rahmen weiss, dass sein Team nach wie vor am Tabellenende der Super League liegt. Er weiss aber auch, dass die Lücke zu den Grasshoppers dank des Sieges auf sechs Punkte geschrumpft ist. Sicherheit und Zuversicht für die nächsten Wochen sollen alle beim FCW aus diesem Samstagabend mitnehmen. Die Sicherheit, dass ein Gameplan doch aufgehen kann. Und die Zuversicht, dass sie das Tabellenende doch irgendwann noch werden verlassen können.
Rahmen sagt: «Wenn wir so agieren wie gegen Lausanne, können wir gegen jeden Gegner punkten.»
