Sophie Hunger für ihren Debütroman in Österreich ausgezeichnet
Die Musikerin Sophie Hunger wird für ihren Debütroman «Walzer für Niemand» mit dem Rauriser Literaturpreis 2026 des Landes Salzburg ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10'000 Franken dotiert und richtet sich an deutschsprachige Prosa-Erstveröffentlichungen.
Die Jury lobte, dass sich Hungers Text entlang der Coming-of-Age-Geschichte einer symbiotischen Freundschaftsbeziehung entwickle und dabei «eine dichte atmosphärische Spannung» entfache, «einem Walzer nicht unähnlich, dessen Kreisbewegung zugleich die Tanzenden verbindet und sachte wieder trennt». Das teilte Hungers Verlag Kiepenheuer & Witsch am Dienstag mit.
«Walzer für Niemand» erzählt von einer symbiotischen Kinderfreundschaft der Ich-Erzählerin zu Niemand. Die Kinder von Militärattachés müssen oft umziehen, haben nicht viel Beständiges: Nur sich selbst und die Plattensammlung der Eltern. In der Musik finden die beiden Heimat und Antworten. Zusammen lauschen sie Walgesängen, den Stimmen von Nina Simone oder Tracy Chapman. In der Jugend bekommt die Freundschaft Risse. Als die Ich-Erzählerin erste Schritte als Musikerin geht, verschwindet Niemand auf schmerzhafte Weise aus ihrem Leben.
Die gebürtige Bernerin Hunger debütierte 2008 mit ihrem Album «Monday’s Ghost». Das ist im Übrigen genau das Jahr, in dem im Roman Niemand aus dem Leben der Ich-Erzählerin verschwindet. 2010 trat Hunger am englischen Glastonbury-Festival auf, als erste Schweizer Künstlerin. Und 2017 erhielt sie in Frankreich den Prix Lumières für ihre Filmmusik «Ma Vie de Courgette».
Den Rauriser Literaturpreis wird Hunger am 25. März entgegennehmen, im Rahmen der Eröffnung der Rauriser Literaturtage.
