Äussere Krisen schwächen den Zusammenhalt in der Schweiz
Krisen, Konflikte und Kriege im Ausland wirken sich negativ auf den inneren Zusammenhalt der Schweiz aus. Dieser ist im Vergleich zum Vorjahr schwächer geworden, wie eine Studie zeigt.
Drei von fünf Befragten empfinden den Zusammenhalt in der Schweiz als schwach, wie das Forschungsinstitut Sotomo am Mittwoch mitteilte. Ein verstärktes Auseinanderdriften werde vor allem zwischen politisch Links und Rechts sowie zwischen Arm und Reich wahrgenommen.
Nur 36 Prozent der Befragten haben viel Vertrauen in die Schweizer Bevölkerung, wie es weiter hiess. Die Anhängerschaft der SVP vertraut der Schweizer Bevölkerung am wenigsten und beurteilt auch den Zusammenhalt in der Schweiz am wenigsten positiv.
Insbesondere von den sprachlichen Minderheiten wird auch der Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen kritisch gesehen. In der italienischsprachigen Schweiz bewerten 65 Prozent und in der Romandie 51 Prozent den Zusammenhalt mit der Deutschschweiz als schwach.
Positiver eingeschätzt wird der Zusammenhalt in der Schweiz von Menschen die mehr verdienen oder einen höheren Bildungsabschluss haben. Bemerkenswert ist laut Sotomo auch, dass Zugewanderte den Zusammenhalt in der Schweiz deutlich positiver beurteilen, als Menschen, die in der Schweiz geboren sind.
Im Kleinen ist der Zusammenhalt noch gross
Während der Zusammenhalt insgesamt unter Druck steht, erleben 60 Prozent der Befragten in ihrer Wohnumgebung ein starkes Miteinander, schrieb Sotomo. Wo sich Menschen persönlich begegnen und austauschen, sei der Zusammenhalt in der Schweiz noch intakt. Knapp die Hälfte der Befragten pflege auch enge Freundschaften mit Menschen aus anderen politischen Milieus. Zwei Drittel der Befragten bewerten diese politischen Differenzen in Freundschaften positiv.
Die Anhängerschaften der Polparteien sind laut der Studie am wenigsten offen für Freundschaften über politische Lager hinweg. Sympathisierende der FDP oder GLP pflegen eher Freundschaften mit politisch Andersdenkenden. Freundschaften im moderaten bis rechten Milieu erweisen sich als besonders stabil, während Freundschaften im Mitte-links-Milieu etwas häufiger aufgrund politischer Differenzen entzweien.
Im Auftrag des Getränkehändlers Feldschlösschen befragte Sotomo zwischen dem 24. Oktober und 3. November 2025 insgesamt 2495 Menschen ab 18 Jahren in der Schweiz.
