Melonis Gesicht auf Engel in römischer Kirche entfernt
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February 4, 2026

Melonis Gesicht auf Engel in römischer Kirche entfernt

Nach tagelangem Wirbel ist das Gesicht von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf einem Engelsbild in einer der ältesten Kirchen Roms übermalt worden.

Bruno Valentinetti, der für das Engelsgesicht in der Basilika San Lorenzo in Lucina zuständig sein soll, sagte der italienischen Zeitung «La Repubblica», er selbst habe auf Anweisung des Vatikans das Gesicht mit Farbe überdeckt. Der Rest des Engels blieb demnach unverändert.

Das Fresko in einer Seitenkapelle der Kirche, das bislang kaum Beachtung fand, ist seit Bekanntwerden der Angelegenheit zu einem Besuchermagneten geworden. Seit dem Wochenende wird in Italien heftig über den Engel diskutiert. Dieser trug seit einer Restaurierung die Gesichtszüge der rechten Regierungschefin, in der Hand hält er eine Schriftrolle mit den Umrissen Italiens.

Pfarrer Daniele Micheletti bestätigte die Entfernung des Gesichts. «Ich habe immer gesagt, dass wir es tun würden, wenn es spaltend wäre. Ausserdem gab es Massen von Menschen, die kamen, um es zu sehen, nicht um die Messe zu besuchen oder zu beten.Das war einfach nicht möglich», zitierte ihn die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Das Bistum hatte zuvor erklärt, eine Entscheidung werde «auf höchster Ebene» getroffen. Alle Kirchen Roms unterstehen Papst Leo XIV.

Der Fall beschäftigte nicht nur den Papst, der zugleich Bischof von Rom ist, sondern rief auch die italienische Denkmalbehörde auf den Plan. Diese sollte klären, ob es für die eigenmächtige Veränderung durch einen Amateur-Restaurator eine Genehmigung gab. Ausserdem sollte herausgefunden werden, wie das Gesicht des Engels vor der Restaurierung ausgesehen hatte.

Ursprüngliches Bild wiederherstellen

Tagelang wies Restaurator Valentinetti zurück, dass das Gesicht identisch sei mit dem von Meloni. «La Repubblica» sagte er nun: «Na gut, es war Meloni, aber in Anlehnung an das Gemälde, das vorher dort war.» Nach Angaben der Tageszeitung soll nun das ursprüngliche Bild wiederhergestellt werden.