Winterwetter: Unfälle, lange Staus und Zugausfälle in Deutschland
Schnee und spiegelglatte Strassen haben in mehreren Teilen Deutschlands zu Unfällen und langen Staus geführt. Mitunter sassen Autofahrer stundenlang fest. Es gab mindestens einen Toten und viele Verletzte. Meist blieb es aber bei Blechschäden.
Bei der Deutschen Bahn gab es am Mittwochmorgen zahlreiche Ausfälle. Wie die Bahn online mitteilte, fällt unter anderem der ICE-Sprinter zwischen Berlin und Bonn (über Hannover und Köln) aus. Gleiches gilt für die ICE-Linie von Berlin über Braunschweig und Frankfurt nach Karlsruhe.
Über Stunden galten für Regionen rund um die norddeutsche Stadt Bremen Unwetterwarnungen. Die Rutschgefahr auf Strassen und Wegen bleibt bestehen.
In Hessen starb auf schneeglatter Strasse ein Mann. Laut Polizei geriet bei Fulda ein 70 Jahre alter Fahrer eines Sattelzugs nach links in die Gegenfahrspur und stiess mit seinem Fahrzeug frontal gegen einen entgegenkommenden Kastenwagen. Bei der Kollision am Dienstag wurde der 51-jährige Fahrer des Kastenwagens so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.
Stunden im Stau
Viele Unfälle meldete die Polizei zum Beispiel in Baden-Württemberg in der Region Heilbronn, in Thüringen und in Niedersachsen. Nach dem Verkehrschaos am Dienstagabend entspannte sich die Lage am Morgen aber allmählich.
In der Nacht hatten sich immer wieder Lastwagen im Schnee festgefahren, wie ein Polizeisprecher berichtete. Manche Autofahrer standen Stunden im Stau. Auf der Autobahn A3 hatte es einen 30 Kilometer langen Stau gegeben.
Das «Problemkind» war vor allem die Bundesstrasse B49, wie ein Sprecher sagte. Mehrere Lastwagen standen dort quer auf der Fahrbahn. Unter den Wartenden war auch der Bürgermeister der hessischen Stadt Weilburg, Johannes Hanisch. Er sei auf dem Weg zu einem Termin gewesen und stehe seit nunmehr sieben Stunden, sagte er in einem Video auf Instagram. Später postete er: «Nach zehn Stunden ist die Strasse endlich wieder frei.»
Winterdienst im Dauereinsatz
Der Winterdienst war im Dauereinsatz. In Hamburg seien seit 3.00 Uhr 728 Einsatzkräfte mit mehr als 360 Fahrzeugen unterwegs, teilte die Stadtreinigung mit. Dabei sollen unter anderem wichtige Hauptverkehrsstrassen und Strecken mit Buslinienverkehr, ein ausgewähltes Radwegenetz und Bushaltestellen gestreut und perspektivisch geräumt werden.
Kein Unterricht an Schulen
In mehreren Bundesländern fiel der Präsenzunterricht an Schulen aus – so in Teilen Hessens, Niedersachsens sowie in Bremen.
In Niedersachsen mussten sich Autofahrer wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf Umwege und schlecht geräumte Strassen einstellen. Weil die Gewerkschaft Verdi auch bei Strassenmeistereien zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen hat, sei mit Einschränkungen im Winterdienst zu rechnen. «Wir raten dazu, witterungsangepasst zu fahren und mehr Zeit für die Wege zur Arbeit einzuplanen», sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Vereinbart wurde aber ein Notdienst, damit die wichtigsten Strassen befahrbar blieben.
Laut Deutschem Wetterdienst soll sich die Lage im Laufe des Tages entspannen. Bis zum Mittag sei aber vor allem von Nordhessen bis ins Emsland und zur Nordsee mit gefrierendem Regen zu rechnen. In der Nacht zum Donnerstag drohe vom Erzgebirge bis in die Niederlausitz erhöhte Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen.
