47 Pferde aus vier Nationen beim White-Turf-Auftakt am Sonntag
Sport
February 8, 2026

47 Pferde aus vier Nationen beim White-Turf-Auftakt am Sonntag

Der White Turf bittet zur Schweizer Saisoneröffnung auf den zugefrorenen St. Moritzersee. 47 Pferde kämpfen am Sonntag in den sechs Rennen des ersten von drei Renntagen um 104’000 Franken Preisgeld.

33 Pferde aus Schweizer Quartieren bekommen es mit zehn Gästen aus Deutschland sowie je zwei Startern aus Frankreich und Ungarn zu tun.

Der Mix aus erfahrenen Schneespezialisten und Neulingen aus dem In- und Ausland macht den besonderen Reiz des White-Turf-Meetings aus. Die ungewohnten Bedingungen auf dem St. Moritzersee, der in diesem Jahr mit einer besonders dicken Eisschicht ausgestattet ist, machen sportliche Überraschungen noch wahrscheinlicher als im Pferderennsport ohnehin schon üblich. Wenn die Felder auf der Piste aus Eis und Schnee vor dem Publikum vorbeigaloppieren oder -traben, ist Hochspannung garantiert.

Die Bedingungen sind gemäss den Organisatoren des Rennvereins St. Moritz hervorragend. Die Eisdecke ist an den wichtigsten Stellen über 50 Zentimeter dick, die Eisqualität so gut wie seit Jahren nicht mehr. Laut Dennis Schiergen, Head of Racing, wurde zudem technischer Schnee produziert, um den Athleten eine bestmögliche Unterlage bieten zu können.

Sprint-Sieger des letzten Jahres gefordert

Hauptereignis des ersten Renntags ist seit 2025 der Sprint über 1300 Meter. Für die schnellsten Vollblüter stehen an jedem der drei White-Turf-Sonntage 25’000 Franken Preisgeld zur Verfügung. Rogue Spirit und der ungarische Gast Surprise of Easter, die vor einem Jahr die beiden ausgetragenen Sprints dominierten (der erste Renntag musste damals abgesagt werden), treffen diesmal auf starke Konkurrenz.

Der aus Deutschland anreisende Scipio hat auf Schnee bereits gewonnen, Nick Cassedy ist gar zweifacher Schnee-Sieger. Besonders die beiden zuletzt in Frankreich konstant gut gelaufenen Schweizer Neulinge Tyson (geritten vom jungen Schweizer Champion Pablo Werder) und Beau Gars gelten auf dem Papier als harte Prüfsteine.

Der letztjährige Dominator Saadi gibt sich die Ehre

Aus sportlicher Sicht wird vor allem das vierte Rennen des Tages mit Spannung erwartet. Das Flachrennen über 1800 Meter mit einigen der besten Galopper der Schweiz gilt als wichtigste Vorbereitungsprüfung für den Grossen Preis von St. Moritz über 2000 Meter, der zwei Wochen später mit 100’000 Franken Preisgeld den Höhepunkt des Meetings bildet.

Die beiden Stallgefährten Saadi und Queroyal aus dem Besitz des Ehepaars Kräuliger und trainiert von Andreas Schärer in Dielsdorf dominierten vor einem Jahr sowohl dieses Rennen als auch den Grossen Preis – beide Male siegte der Schimmel Saadi vor Queroyal. Diesmal trägt Saadi jedoch deutlich mehr Gewicht, zudem stellt sich mit dem aus Köln anreisenden Principe ein besonders starker neuer Gegner. Auch der Routinier Top Max (sechs Siege bei 18 Starts in der Schweiz) sowie das Duo der Churer Besitzerin Laetitia Domenig, Dressman und Spinello, könnten dem Vorjahressieger gefährlich werden.

Kampf um die Krone im UBS-Skikjöring

Besonders beliebt beim Publikum ist das Skikjöring, die St. Moritzer Weltexklusivität. Zwar lassen sich auch anderswo Skifahrer von Pferden ziehen – jedoch nicht von unberittenen Vollblütern. Die Einwirkungsmöglichkeiten der Fahrerinnen und Fahrer auf ihre Zugpferde sind begrenzt, weshalb diese Disziplin besonderen Mut erfordert.

Im UBS-Grand Prix von Celerina bringt einzig Los Angeles (Leta Joos) bereits Skikjöring-Erfahrung mit. Für alle anderen Pferde ist diese Disziplin neu. Die Pferde werden zu Hause an die Geschirre gewöhnt, am Tag vor dem Rennen findet vor Ort eine Inspektion statt; ein spezifisches Training mit den Fahrern gibt es indes nicht.

Das diesjährige Skikjöring-Feld ist so hochklassig wie lange nicht mehr. Mit dem letztjährigen fünffachen Saisonsieger Alpenjäger hat die doppelte Titelverteidigerin Valeria Schiergen beste Chancen auf den Hattrick als Königin des Engadins. Wie der Fuchs aus dem Kölner Quartier von Peter Schiergen hat auch Almacado Gree früher auf Gruppe-Ebene, der Champions League des Pferderennsports, überzeugt. Der aus der Nähe von Paris angereiste Elfjährige hat mit Valeria Selina Walter die Königin von 2023 im Schlepptau. Weitere Siegchancen haben der aus Frankreich importierte Hasta la Vista (mit Silvio Staub, König 1998) sowie Ispahan aus dem Engadiner Stall ForzAgricula mit Altmeister Erich Bottlang (Gesamtsieger 1996). Cabrakan (Andj Willy) und Northsea Star (Fabrizio Padrun) komplettieren ein äusserst attraktives Feld.

Deutsche Gäste in den Trabrennen

Auch in den beiden Trabrennen sind die Schweizer nicht unter sich. Der grosse Dominator der letzten Jahre reist aus Bayern an: Fourteenth of July (sieben Siege bei acht Schnee-Starts) und seine Fahrerin Marisa Bock (über 600 Siege) treffen auf sechs Gegner. Darunter befinden sich Harper Seabrook, der 2025 auf Gras dreimal erfolgreich war, Eight und Diva du Fossé aus dem Schneestall von Barbara Krüsi, der im Herbst in Maienfeld gut gelaufene Kill Bill Piya, der Neuling Haro Boteurmoël (19 Siege bei 63 Starts) sowie der zweite bayerische Gast Gamichel Ludois.

Auch im kleineren der beiden Trabrennen ist mit Icelander (Marisa Bock) ein starker Gast am Start, der die bewährten Schneetraber Kiss Forever H.C. und Classic Chrono herausfordern wird.