Julie Zogg und Ladina Caviezel wollen Olympia-Derniere veredeln
Sport
February 8, 2026

Julie Zogg und Ladina Caviezel wollen Olympia-Derniere veredeln

Julie Zogg und Ladina Caviezel nehmen in Livigno ihren vierten und letzten Anlauf zu einer Olympiamedaille. Die Vorzeichen sind im Herbst ihrer Snowboard-Karrieren nicht ideal, aber die Hoffnung lebt.

Zogg, die Weltmeisterin von 2019 und 2023, geht am Sonntag wie Dario Caviezel, der WM-Zweite von 2023, als Neunter im laufenden Gesamtweltcup ins Saison-Highlight. Die 33-jährige Sarganserländerin schaffte es in diesem Winter bislang einmal auf das Podest (Anfang Dezember als Zweite im chinesischen Mylin). Dario Caviezels letzte Top-3-Klassierung im Weltcup datiert vom Dezember 2024.

Auch die erfolgreichsten Tage von Ladina Caviezel, die ihre Laufbahn wie Julie Zogg nach dieser Saison beenden wird, liegen eine Weile zurück. Die 32-jährige Ehefrau von Dario Caviezel, vormals Ladina Jenny, wartet seit Februar 2024 auf ihren 17. Podestplatz im Weltcup. Dahinter klafft im Schweizer Alpin-Snowboardteam bislang eine Lücke.

Ja, die Vorzeichen auf die nächste Schweizer Erfolgsgeschichte im Alpin-Snowboard sind weniger günstig als in den meisten früheren Olympia-Jahren. Dabei war die Disziplin seit der Aufnahme ins olympische Programm ein Schweizer Metier: Bei der Premiere gewann Ueli Kestenholz 1998 in Nagano Bronze, 2002 und 2006 (vor seinem Bruder Simon) holte Philipp Schoch zweimal Gold, Nevin Galmarini triumphierte 2018 nach Silber 2014.

Ohne Medaillenhoffnungen gehen die Schweizer Routiniers gleichwohl nicht an den Start, zumal der physisch anspruchsvolle Hang und die voraussichtlich langen Laufzeiten ihren Stärken entgegenkommen: Julie Zogg, die auf diese Saison hin ihre Technik signifikant angepasst, quasi «modernisiert» hat, sagt: «Die Saison ist zwar bis jetzt nicht so gelaufen wie erhofft, das Ziel ist aber das gleiche wie vor der Saison: Ich will um eine Medaille fahren.»

Dario Caviezel, der im Gegensatz zu Zogg und seiner Frau «fix vier Jahre anhängen wird», meint: «Die Resultate sind durchzogen, sie sagen nicht die ganze Wahrheit. Ich kenne meine Qualitäten, das Ziel ist ganz klar eine Medaille.» Ladina Caviezel beruft sich als WM-Zweite von 2023 und WM-Dritte von 2019 insbesondere auf ihre Qualitäten an Grossanlässen.

Tonangebend sind nunmehr die Italiener um den Gesamtweltcup-Leader Aaron March und den Livigno-Lokalmatador Maurizio Bormolini, die an ihrem Heimspiel auch intensiv auf dem Rennhang trainieren durften. Oder die Österreicher mit Benjamin Karl, der Olympiasieger von 2022. Bei den Frauen waren es zuletzt nicht mehr Julie Zogg und Ladina Caviezel, welche die italienisch-österreichische Konkurrenz regelmässig in Schach hielten, sondern die Japanerin Tsubaki Miki.