Zogg und Caviezel weit weg von der erhofften Medaille
Sport
February 8, 2026

Zogg und Caviezel weit weg von der erhofften Medaille

Sie wussten, dass es für eine Medaille einen Exploit braucht. Gleichwohl sind die Alpin-Snowboarder Julie Zogg und Dario Caviezel nach dem Achtelfinal-Aus bitter enttäuscht.

Vor allem Julie Zogg, die ihre Karriere Ende Saison beenden wird, muss bei der Analyse mehrmals leer schlucken. «Meine Trainer und ich haben alles dafür getan, um an diesem Tag bereit zu sein», sagt die 33-jährige Sarganserländerin, die zu Beginn der Saison ihre Technik umgestellt hat. In ihrem Achtelfinal hatte es lange gut ausgesehen für Zogg. «Und dann bin ich halt leider wieder etwas nervös geworden.»

Die Olympiamedaille war das, was der zweifachen Weltmeisterin und Parallel-Weltcupsiegerin noch fehlte. «Es ist jetzt gerade mega hart, dass es nicht aufgegangen ist», sagt Zogg, die sich im Vorfeld gut gefühlt hatte – so gut sogar, dass sie die Olympiamedaille als klares Ziel formulierte. «Ich denke, es ist gut möglich, dass es im nächsten Rennen wieder funktioniert und ich auf dem Podest stehe. Dann wäre es halt das eine Rennen zu spät.»

Gleichwohl sei sie dankbar, in ihrer Karriere schon so viel Schönes erlebt zu haben. Nun hoffe sie, dass in den letzten Weltcup-Rennen der Knopf doch noch aufgehe und sie einen versöhnlichen Karriereabschluss feiern könne.

Disziplin unter Beobachtung

Ähnlich klang es bei Dario Caviezel. «Ich habe alles gegeben und mich in die Tore geworfen», sagt der 30-jährige Bündner. «Aber der neben mir war noch ein bisschen besser. Das kann ich nicht beeinflussen.» Auch er sei mit grossem Selbstvertrauen in den Wettkampf gestartet und habe es sich zugetraut, um die Medaillen zu fahren. Platz 7 in der Qualifikation war ein solider Auftakt, auf dem er allerdings nicht aufbauen konnte.

Nun müsse er die Verwirklichung des Traums halt aufschieben, fasst Caviezel zusammen. In vier Jahren, wenn die Olympischen Spiele in den französischen Alpen stattfinden, wolle er nochmals angreifen – sofern die Disziplin dann noch olympisch ist. Das IOC hat im vergangenen Jahr angekündigt, den Parallel-Riesenslalom bis nach den Winterspielen zu beobachten und erst danach über die Aufnahme ins Programm 2030 zu entscheiden.

«Ich hoffe, die Verantwortlichen haben die grossartige Stimmung hier mitbekommen», sagt Caviezel. «Die Sportart bietet so viele enge Duelle und Spektakel. Sie muss olympisch bleiben.»

Ähnlich wie vier Jahre zuvor

So oder so drohen die alpinen Snowboarder aus der Schweiz nach der neuerlichen Enttäuschung international den Anschluss zu verlieren. Von den sechs in Livigno angetretenen Athletinnen und Athleten schafften es nur zwei in die K.o.-Phase. Bereits 2022 in Peking war für Zogg, Caviezel und die inzwischen zurückgetretene Patrizia Kummer in den Achtelfinals Schluss gewesen.

Mit den anstehenden Rücktritten von Zogg und Ladina Caviezel dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Die Olympionikinnen Flurina Bätschi (22) und Xenia von Siebenthal (18) zeigen zwar gute Ansätze, sind insgesamt aber noch zu wenig konstant. Bei den Männern drängt sich hinter Caviezel und Gian Casanova (25) kaum jemand auf. Der Schweizer Verband muss über die Bücher.