Die wichtigsten Zitate von und über Franjo von Allmen
Ob am Pistenrand oder später in der Medienkonferenz: Am Tag seines Gold-Hattricks gibt Franjo von Allmen geduldig Auskunft zu Herausforderungen, Ski-Geschichte und Feierplänen.
Franjo von Allmen über…
…seine dritte Goldmedaille:
«Es ist schwierig, in Worte zu fassen. Ich versuche das Ganze zu realisieren. Ich kann sagen: Bei meinen ersten Olympischen Spielen schaue ich auf perfekte Rennen zurück. Und als ich nicht performt habe, hat es Tanguy für mich getan. Es passt gerade alles zusammen. Das Glück dieser Spiele war sicher auf meiner Seite.»
…den Umstand, dass er der dritte männliche Skifahrer ist, der an den gleichen Winterspielen dreimal Gold gewinnt:
«Für mich ist Ski-Geschichte nicht sehr wichtig, auch wenn das seltsam klingen mag. Ich versuche, die Momente hier für mich zu geniessen. Was auf dem Papier steht, ist im Moment noch nebensächlich für mich. Vielleicht wird es in ein paar Jahren interessant, aber jetzt noch nicht.»
…seine Fahrt, die frühe Startnummer und die Pistenverhältnisse:
«Als ich gestartet bin, war die Piste noch sehr gut. Ich glaube schon, dass mir die frühe Startnummer heute geholfen hat, da die Piste mit zunehmender Dauer langsamer wurde. Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl, fand, es war leicht zum Fahren. Aber gerade wenn es so einfach zum Fahren ist, darfst du dir keine grossen Fehler erlauben. Und ich hatte einen Fehler in der Einfahrt zum letzten Sektor, habe diese richtig verbockt. Daher war ich mir ziemlich sicher, dass es nicht für das Podest reichen wird – geschweige denn für Gold.»
…den Trubel um seine Person:
«Heute hatte ich wirklich ein bisschen Schwierigkeiten, Spannung aufzubauen. Am Morgen war ich etwas müde, habe gemerkt, dass die letzten Tage doch ein bisschen ‚angehängt‘ haben. Ich glaube bei den anderen Fahrern war die Spannung schon ziemlich hoch. Ich habe es in den letzten Tagen und nach meinen Siegen locker genommen, meine Pflichten erfüllt, danach aber versucht, mich auf das Wesentliche – also das Skifahren – zu konzentrieren und mich nicht zu verkopfen. Heute habe ich mir gesagt: ‚Ich habe schon zwei Goldmedaillen. Wenn ich jetzt heute nicht das perfekte Rennen abliefere, gehe ich trotzdem zufrieden nach Hause.‘ Daher wollte ich einfach nochmals Spass haben und es geniessen.»
…seinen neuen Status:
«Was diese Medaillen wirklich bedeuten, kann ich nicht abschätzen. Aber ich habe schon vor meinen ersten Weltcup-Erfolgen gesagt: Ich bleibe mir treu. Ich bin gespannt, was auf mich zukommt, aber ich denke, mein Leben wird ähnlich weitergehen.»
…(verschobene) Feiern:
«Es könnte darauf hinauslaufen, dass wir heute ‚z’Bode‘ gehen. Ich habe ja schon nach der Abfahrt gesagt, wir geben nicht Vollgas, aber ich bin leider manchmal ein bisschen labil. Deswegen lief es mir in der Team-Kombi auch nicht so richtig rund. Ich habe dann nach der Team-Kombi ein bisschen rausgenommen, um Energie zu sparen. Aber heute geben wir nochmal Gas.»
…eine nicht abgeschlossene Wette:
«Ich hätte in Zermatt fast mit jemandem eine Wette abgeschlossen: Wenn ich Olympia-Gold hole, dann kaufe ich mir einen alten Porsche. Aber zum Glück habe ich damals nicht eingeschlagen.»
Ryan Cochran-Siegel (2. im Super-G) über Franjo von Allmen:
«Seine Entwicklung in den letzten zwei Jahren war einfach spektakulär. Er ist ein Skifahrer, dem man unglaublich gern zusieht. Und auch seine Persönlichkeit: Er wirkt, als hätte er jeden einzelnen Tag Spass. Natürlich trägt er inzwischen eine Menge ‚Hardware‘ um den Hals. Ich glaube, der Grund dafür ist, dass er sich diese Freude bewahren kann. Er ist ein grossartiger Repräsentant für unseren Sport, ein beeindruckender Athlet. Neben ihm auf dem Podium stehen zu dürfen, ist für mich ein Privileg, und dafür bin ich sehr dankbar.»
Marco Odermatt (3.) über Franjo von Allmen:
«Es ist unglaublich, was er in dieser Woche gezeigt hat. Dieser Flow, wenn einfach alles ohne gross zu überlegen funktioniert, hatte ich vor ein paar Jahren auch einmal. Das soll er einfach geniessen.»
