Benoît Schwarz-van Berkel will Lücke im Palmarès schliessen
Sport
12. Februar 2026

Benoît Schwarz-van Berkel will Lücke im Palmarès schliessen

Der Curler Benoît Schwarz-van Berkel hat schon vieles erreicht, doch der ganz grosse Triumph fehlt ihm noch. In Cortina d’Ampezzo scheinen die Voraussetzungen für einen Coup vielversprechend.

Benoît Schwarz-van Berkel verfügt über viel Erfahrung. Der 34-jährige Genfer nimmt in Cortina bereits an seinen vierten Olympischen Spielen teil. 2014 in Sotschi wurde er als Ersatzmann im Team von Skip Sven Michel mehrmals eingesetzt. Vier Jahre später in Pyeongchang holte er mit Skip Peter De Cruz Olympia-Bronze. Mit De Cruz gewann er zudem vier WM- (stets Bronze) und drei EM-Medaillen (einmal Silber, zweimal Bronze).

Bereits 2013 sicherte er sich zudem mit Sven Michel den EM-Titel. Nach dem 7. Rang bei den Winterspielen 2022 spielte er ab der darauffolgenden Saison für das Team um Skip Yannick Schwaller, mit dem er je zweimal an der WM (Silber und Bronze) respektive an der EM (Silber und Bronze) auf dem Podest stand.

Der an vierter Position spielende Schwarz-van Berkel ist also reich dekoriert. Der ganz grosse Coup fehlt in seinem Palmarès aber noch. In Cortina d’Ampezzo scheint ein solcher möglich zu sein. Das Team ist mit viel Selbstvertrauen nach Italien gereist. Kurz vor Weihnachten gewannen die Schweizer in Saskatoon erstmals einen Grand-Slam-Event. Zuvor mussten sie sich an der EM erst im Final im Zusatzend den Schweden geschlagen geben.

Letzten Schliff in einem Trainingsblock geholt

«Das Resultat ist frustrierend, aber man kann nicht immer alles kontrollieren. Es war ein fantastischer Final», sagt Schwarz-van Berkel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zur EM. «Von den Resultaten her können wir nicht viel mehr machen vor den Olympischen Spielen. Aber klar, es gibt immer Spielraum nach oben.»

Das Team holte sich den letzten Schliff für Olympia in einem dreiwöchigen Trainingsblock, ein solcher war zuvor wegen der Wettkämpfe nicht möglich. «Das ist eine Phase, die ich gerne habe – nebst mehr Erholung hatten wir etwas mehr Zeit, um das eigene Spiel zu hinterfragen und an Details zu arbeiten.» Zudem konnte er sich mehr der Familie widmen: Er ist seit 2023 mit der früheren Top-Schwimmerin Martina van Berkel verheiratet und wurde vor zwei Jahren zum ersten Mal Vater.

Medaille als Inspirationsfaktor

Eine Olympia-Medaille bezeichnet Schwarz-van Berkel als Inspirationsfaktor – zum Auftakt am Donnerstag treffen die Schweizer auf die USA. «Aber während eines Turniers denken wir wirklich nicht ans Resultat, das bringt nichts. Wir wollen einfach Spass haben auf dem Eis, um unser Bestes geben zu können. Wenn uns das gelingt, werden wir vorne dabei sein. Wir haben sehr gute Chancen, es ist wirklich alles möglich.»

Schwarz-van Berkel gibt aber zu, dass Olympische Spiele schon etwas Spezielleres seien als andere Wettkämpfe. «Eigentlich ist es nichts anderes. Aber es gibt immer etwas, das dich daran erinnert, wie wichtig es ist – grosses Publikum, viele Kameras. Und dann wirst du als Mensch mit Emotionen daran denken, das ist so. Wir versuchen jedoch, jedes Training wie Olympische Spiele zu sehen. Die Kunst ist, das hinzubekommen. Das ist Mentaltraining.»

Entscheidend sei nun, dass sie sich wohlfühlen würden. Hilfreich ist dabei die Anwesenheit einiger Familienmitglieder – und die Erfahrung.