Der Karneval von Evolène wird zum immateriellen Unesco-Kulturerbe
News
16. Februar 2026

Der Karneval von Evolène wird zum immateriellen Unesco-Kulturerbe

Der Karneval von Evolène im Wallis ist nun offiziell Teil der Liste des immateriellen Kulturerbes des Kantons. Die Bekanntgabe erfolgte am Montag im Rahmen der Karnevalsfeierlichkeiten.

Die Figuren des Karnevals von Evolèn – verkörpert von Menschen aus der Region – sind weit über die Grenzen des Kantons hinaus bekannt. Die berühmten Empaillés (Strohfiguren) strömten am Vortag während des traditionellen Sonntagsumzugs ins Dorf. Aber jede Figur, darunter die Patôyè, Choudâ, Marye oder Boeùthe, erzählte inspiriert auf ihre Weise vom «lokalen Leben», betonte das Organisationskomitee der Veranstaltung.

Der Karneval bestehe seit Generationen, ohne dass man sein genaues Entstehungsdatum kenne. Er zeichne sich durch seine Lebendigkeit, die Vielfalt der Figuren und seine Anpassungsfähigkeit in einer immer stärker normierten Welt aus. Die offizielle Bekanntgabe erfolgte am Montagabend um 19.30 Uhr auf dem Kirchplatz des Dorfes Évolène, das ganz im Zeichen des Karnevals stand.

Traditionell, zeitgemäss und lebendig

Als echte, lebendige Tradition habe sich der Karneval von Evolène mit der Zeit weiterentwickelt. Dies sei denjenigen zu verdanken, «die diese Masken tragen oder im Hintergrund daran arbeiten, die Tradition zu verwirklichen», so die Organisatoren. Durch Handwerker, Schneiderinnen und Freiwillige lebe die Tradition weiter und nehme die Inspirationen derer auf, die sie gestalten. Dieser «lebendige» Charakter der Tradition erfülle somit auch die Kriterien der Uno-Kulturorganisation (Unesco) für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes.

Letzte Woche gab auch das Organisationskomitee der Foire du Valais bekannt, dass es nun Teil der Liste des immateriellen Kulturerbes des Kantons ist. Damit umfasst diese Liste nun offiziell zwei weitere Einträge, zusätzlich zu den bereits bestehenden rund dreissig. Fünf davon sind übrigens auch von der Unesco anerkannt: die Alpsaison, das historische Bewässerungssystem (Suonen), der Alpinismus, der Trockenmauerbau und das Know-how im Umgang mit Lawinen.

Die Aufnahme in die kantonale Liste ist ein notwendiger Schritt, damit eine Tradition auf nationaler Ebene anerkannt wird. Ebenso ist die Aufnahme in ein Bundesinventar die unabdingbare Voraussetzung für jede Nominierung auf die internationalen Listen des immateriellen Kulturerbes der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Zur Erinnerung: Die Unesco hat das Schweizer Jodeln im vergangenen Dezember offiziell in die Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes aufgenommen.