Meillard nach erstem Slalom-Lauf Zweiter – McGrath klar in Führung
Loïc Meillard findet im Schneetreiben in Bormio den schnellen Weg durch die Stangen. Der Slalom-Weltmeister ist im olympischen Slalom nach dem 1. Lauf Zweiter hinter Atle Lie McGrath.
Atle Lie McGrath war auf dem vom Tessiner Mauro Pini gesteckten Kurs eine Klasse für sich. Der 25-jährige Norweger, in diesem Winter im Weltcup trotz drei Ausfällen der bislang beste Slalom-Fahrer, setzte mit der Nummer 1 gleich die Bestzeit, an welche keiner mehr auch nur annähernd herankommen sollte.
Der unmittelbar nach McGrath gestartete Loïc Meillard zeigte zwar eine gute Fahrt, verlor jedoch bereits 0,59 Sekunden. Der 29-jährige Westschweizer hat damit in Bormio den dritten Medaillengewinn vor Augen. Zuvor gewann er im Veltlin vor Wochenfrist zusammen mit Marco Odermatt in der Team-Kombination Silber und vor zwei Tagen im Riesenslalom Bronze hinter Lucas Pinheiro Braathen und Odermatt.
Nef mit grossem Rückstand
Meillard ist der Einzige vom Schweizer Slalom-Quartett, der nach halbem Pensum noch eine realistische Chance auf eine Medaille hat. Tanguy Nef hatte vor Wochenfrist in der Team-Kombination im Slalom überlegene Bestzeit aufgestellt und zusammen mit Franjo von Allmen Olympia-Gold geholt. Doch im Spezial-Slalom kam er nie auf Touren und verlor 2,32 Sekunden auf McGrath. Damit reihte sich der Genfer im 11. Rang ein.
Mathias Iten (16.) und Daniel Yule (19.) verloren noch eine halbe respektive ganze Sekunde mehr auf die Spitze als Nef.
Grosse Abstände
Neben Meillard büssten einzig noch der Österreicher Fabio Gstrein (0,94 zurück) und der Norweger Timon Haugan (0,96) weniger als eine Sekunde auf McGrath ein. Der fünftklassierte Belgier Armand Marchant verlor 1,2, der sechstklassierte Norweger Henrik Kristoffersen gar schon 1,6 Sekunden auf die Bestzeit.
Der erste Slalom-Lauf auf dem unteren – eher flachen – Teil der Abfahrtsstrecke forderte viele prominente «Opfer». Zu den Ausgeschiedenen gehörten der brasilianische Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen, der österreichische Kitzbühel-Slalomsieger Manuel Feller, der zweifache Slalom-Saisonsieger Paco Rassat aus Frankreich und auch der starke Finne Eduard Hallberg.
Haitianer eröffnet zweiten Lauf
Von den 95 gestarteten Fahrern klassierten sich am Morgen nur deren 46. Die Ausfallquote von über 50 Prozent führte dazu, dass sich mit Richardson Viano ein Haitianer trotz 8 Sekunden Rückstand im 30. Rang klassieren konnte und um 13.30 Uhr den Finaldurchgang eröffnen wird.
Der Beginn des Finaldurchgangs ist für 13.30 Uhr angesetzt.
