Von fluchenden Deutschen und einem Olympiasieger mit Vaterfreuden
Sport
16. Februar 2026

Von fluchenden Deutschen und einem Olympiasieger mit Vaterfreuden

Reto Pavoni steht im Tor, ein Schweizer Olympiasieger ist im Babyglück, ein Norweger flüchtet in den Wald und ein Deutscher flucht über Olympia 2026. Das sind die Olympia-Splitter vom Montag.

Torhüter-Quiz mit Patrick Fischer

Patrick Fischer lässt sich ungern in die Karten blicken – auch nicht in Mailand. Auf die Frage, wen er am Dienstag im Achtelfinal gegen Gastgeber Italien ins Tor stellt, antwortet der Schweizer Eishockey-Nationaltrainer trocken: «Reto Pavoni!» Das entlockt Leonardo Genoni immerhin ein Schmunzeln. Pavoni? Der vierfache Klotener Meistergoalie stand 1992 in Albertville tatsächlich für die Schweiz im Tor. Nach der 1:8-Abreibung gegen Russland war sein Olympia-Abenteuer allerdings schon wieder beendet.

Noélie verzückt die Bobfans

Der französische Bobpilot Romain Heinrich beendet den ersten Tag des Zweierbob-Wettkampfs im 10. Rang, doch das ist gleich nach der Zieldurchfahrt Nebensache. Er wird von seiner Partnerin Nadja Pasternack geherzt und winkt mit dem gemeinsamen, zweijährigen Töchterchen Noélie in die Kameras. Pasternack ist Schweizerin und wird am Freitag und Samstag den Bob von Melanie Hasler anschieben, mit der sie Europameisterin ist. Das nationenübergreifende Leben im olympischen Dorf hat seine Tücken und seine Freuden. Noélie logiert mit den Grosseltern in einer Wohnung ganz in der Nähe, darf aber das olympische Dorf in Cortina und den Eiskanal besuchen. «Ich nehme mir gerne noch eine halbe Stunde, um sie zu besuchen», sagt Pasternack. «Ich vermisse sie jeweils sehr.» Die beiden sind sich einen gewissen Zusatzaufwand gewöhnt.

Zu Meillards Gold gesellt sich Babyglück

Kaum im Ziel, kündigt ein Moderator Nachwuchs im Hause Meillard an: Loïc Meillard feiert am Montag den Olympiasieg im Slalom, und auch privat gibt es viel Grund zum Feiern. Ein Moment grosser Freude – auch bei SRF-Moderator Stefan Hofmänner und -Experte Beat Feuz. Kaum fährt Meillard über die Ziellinie, da bricht es aus Hofmänner heraus: «Der wird bald Papa, das dürfen wir jetzt wohl verkünden.» Und Feuz weiss auch wann: Im Sommer soll es so weit sein. Bereits seit mehreren Jahren sind Meillard und Zoé Chastan, die Medienbetreuerin der Swiss-Ski-Männer, ein Paar. Nun wird der 29-jährige Meillard erstmals Vater.

Flucht in den Wald

Atle Lie McGrath hat im Olympia-Slalom als klar Führender nach dem ersten Lauf Gold vor Augen, fädelt dann aber ein und ebnet Loïc Meillard den Weg zum Sieg. Danach wird der 25-jährige Norweger emotional – und sucht erst einmal das Weite. Tief enttäuscht wirft McGrath erst in hohem Bogen seine Skistöcke weg und stapft dann zu Fuss los Richtung Wald. Der Skandinavier, der im Weltcup die rote Startnummer des Disziplinenführenden trägt, läuft einmal quer über die Piste, passiert die Streckenbegrenzung, geht weiter und weiter – und lässt sich schliesslich in der Nähe von ein paar Bäumen in den Schnee fallen. Wie lange McGrath brauchte, um die Enttäuschung zu überwinden, ist nicht überliefert.

Olympia «für’n Arsch»

Linus Strasser kann im olympischen Slalom nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Nach dem Rennen zieht er ein Resümee der Spiele – und schimpft über Olympia 2026. «Es ist für’n Arsch. Sagen wir, wie es ist», schimpfte der Münchner nach Rang 9 in Bormio. Den 33-Jährige störte vor allem, dass die Events unter den fünf Ringen seiner Meinung nach viel zu reguliert seien und keine Emotionen wie etwas bei den Ski-Klassikern von Kitzbühel oder Adelboden zuliessen. «Das willst du doch erleben und nicht so ein steriles Ding. Bormio zeigt mir eigentlich, dass Peking gar nicht so schlecht war», meinte Strasser.